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APA-Artikel 20. November 2014

Spitalsärzte - Gewerkschaft schaltet sich in Wiener Verhandlungen ein

In die zwischen Ärztekammer und Spitalsbetreibern geführten Verhandlungen über die Arbeitszeiten für die Spitalsärzte schaltet sich in Wien nun auch die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG-KMSfB) ein. "Als Sozialpartner werden wir in den nächsten Wochen intensive Gespräche führen", kündigte GdG-Vorsitzender Christian Meidlinger am Donnerstag Unterstützung für die Ärzte an.

Die GdG tritt dabei als Verhandlungsführer auf und hat mit der Wiener Ärztekammer bereits Abstimmungsgespräche geführt, teilte Meidlinger in einer Aussendung mit. "Es gilt jetzt rasch Klarheit über die Arbeitszeit und die zukünftigen Arbeitszeitmodelle zu bekommen. Je nach Modell ist zu berechnen, welche monetäre Bewertung heranzuziehen ist. Eines muss klar sein: Ziel ist eine gerechte Bezahlung innerhalb attraktiver Arbeitszeitmodelle für Ärztinnen und Ärzte".

Die Verhandlungen beziehen sich jedoch nur auf die Spitäler im Krankenanstaltenverbund. Das größte Wiener Krankenhaus, das AKH, wo die Mediziner bei der MedUni Wien angestellt und damit in der Zuständigkeit des Bundes sind, führt eigene Gespräche. Die durch die EU vorgegebene Reduzierung der Arbeitszeit der Spitalsärzte habe bei den Ärzten im Krankenanstaltenverbund für "große Verunsicherung" gesorgt, erklärte der GdG-Vorsitzende.

Parallel dazu seien Gespräche über die Opt-Out-Regelung zu führen, betonte Meidlinger. Eine Inanspruchnahme der individuellen Opt-Out-Regelung erscheint der Gewerkschaft derzeit nicht angebracht, da sich die Beschränkung auf 48 Stunden pro Woche auf den derzeit gültigen Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen, beginnend mit Februar 2015, bezieht. Das bedeute, die Diensteinteilungen für Jänner und Februar können auch ohne individuelles Opt-Out erfolgen. "Die Verhandler sind gefordert, rasch Lösungen im Interesse der Ärzte zu finden, da es sonst ab März zu Versorgungsengpässen kommen könnte", erklärte Meidlinger.

Grundsätzlich ist im Ärztearbeitszeitgesetz eine Reduktion der Arbeitszeiten von maximal 72 auf 48 Stunden pro Woche vorgesehen. Länger arbeiten dürfen die Ärzte dann nur, wenn sie sich schriftlich damit einverstanden erklären. Auch die Wiener Ärztekammer rät vorerst davon ab, diese Opt-Out-Regelung zu unterschreiben, solange die Grundgehälter nicht erhöht werden.

apa.at

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