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APA-Artikel 17. November 2014

Spitalsärzte: Lösungsvorschlag im Gehaltsstreit in Kärnten am Tisch

Im Arbeitskampf der Kärntner Spitalsärzte ist ein Lösungsvorschlag am Tisch. Die Ärzte bekommen ab Jänner 2015 durchschnittlich 15 Prozent höhere Grundgehälter, eine zuvor angedachte Verteilung der Erhöhung auf mehrere Jahre mit entfallender Valorisierung ist nicht mehr vorgesehen. Arnold Auer, Chef des Zentralbetriebsrats der Landeskrankenhäuser, will die Ärzte am Freitag abstimmen lassen.

Das Volumen des Kompromissvorschlags liegt laut einer Aussendung des Landes erneut bei 13,5 Millionen Euro. Wenn alle Grundgehälter prozentuell gleich stark angehoben werden, brächte das jedem Arzt durchschnittlich rund 11.000 Euro brutto jährlich mehr. Es wird aber noch Verhandlungen darüber geben, ob nicht einzelne Gruppen, etwa die jungen Ärzte oder die Oberärzte besonders profitieren sollen. Die Möglichkeit zu uneingeschränkten Nebenbeschäftigungen soll es nicht geben.

Dem Vorschlag müssen nun neben den Ärzten und ihren Vertretern selbst noch Regierung und Landtag zustimmen. Auer wird am Freitag Betriebsversammlungen in den zum Landeskrankenanstalten-Träger Kabeg gehörenden Spitälern machen. "Wir werden den Ärztinnen und Ärzten den Vorschlag unterbreiten", sagte er zur APA. Ob alle Ärzte gleich oder manche Gruppen mehr profitieren sollen, ist für Auer noch offen. "Das muss man sich erst anschauen, wo die festen Probleme sind. Das wird auch noch gemeinsam mit dem Dienstgeber diskutiert." Ärztekammerpräsident Josef Huber hatte am vergangenen Freitag gesagt, aus seiner Sicht sollen alle Ärzte gleich stark profitieren.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), in der Regierung für Personalagenden zuständig, sagte, das Land gehe mit diesem Angebot nun an das "äußerst Mögliche" und verwies auf die "enormen budgetären Herausforderungen" Kärntens. "In Zeiten, wo alle sparen müssen, darf niemand mit unmöglichen Forderungen überfordert werden. Hier gilt es, auch aus Rücksicht auf die für alle Erhöhungen aufkommenden Steuerzahler, das notwendige Augenmaß walten zu lassen", so Kaiser.

Wegen eine gesetzlichen Verkürzung der maximalen Wochenarbeitszeit von Ärzten auf 48 Stunden fürchten die Spitalsärzte massive Einkommenseinbußen, weil die Grundgehälter bisher vergleichsweise niedrig waren und ein großer Anteil des Geldes mit Überstunden und Zulangen verdient wurde. Die Kärntner Spitalsärzte forderten deshalb eine Erhöhung der Grundgehälter um 30 Prozent. Sie verliehen ihrer Forderung mit der Drohung Nachdruck, sofort ab 1. Jänner nur mehr 48 Stunden pro Woche zu arbeiten, was dann rechtlich möglich ist. An der Kärntner Spitälern würden dann auf einen Schlag 75 Ärzte fehlen. Am vergangenen Freitag beteiligten sich 500 Ärzte an einer Demonstration in Klagenfurt.

apa.at

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