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APA-Artikel 17. November 2014

Spitalsärzte - Keine Reallohnverluste im Burgenland

Spitalsärzte im Burgenland sind vom Reallohnverlust, den die Änderung der Ruhezeitenanordnung mit sich bringt, nicht betroffen: In einer Übergangsphase erhalten die Ärzte weiterhin den selben Lohn, teilte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) am Montag in Eisenstadt mit. Die Gehaltsverhandlungen starten im Dezember und sollen bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die größten Probleme in Hinblick auf die geplante Änderung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetztes (KAAZG) (beinhaltet die Herabsenkung der wöchentlichen Ärztearbeitszeit bis zum Jahr 2020, Anm.) seien die durchschnittlich mögliche Wochenarbeitszeit von 60 Stunden, die dem EU-Recht widerspricht und die Ausgleichsruhezeit für verlängerte Dienst, die nun sofort genommen werden müsse, erläuterte Rezar. Diese beiden Probleme seien im Zentrum der von der KRAGES Geschäftsführung geleiteten Sondierungsgespräche mit der Ärztekammer und der Personalvertretung gestanden. Dabei sei ein Maßnahmenkatalog erarbeitet worden, der vor wenigen Tagen vom Eigentümer genehmigt worden sei.

Dieser Maßnahmenkatalog beinhaltet u.a. medizinische Kooperationen und eine Struktur- und Organsituationsentwicklung des gesamten Spitalbereichs. Außerdem sollen unverzüglich Gespräche zur Anpassung des Ärztedienstrechtes an die Rahmenbedingungen der angrenzenden Regionen aufgenommen werden, erläuterte KRAGES-Geschäftsführer Rene Schnedl.

An den angrenzenden Regionen bzw. angrenzenden Bundesländern wollen man sich auch bei den Gehaltsverhandlungen orientieren. "Ziel ist es, nicht schlechter zu sein, als der Beste der Ostregion (in Österreich), sagte KRAGES-Betriebsratsvorsitzender Heinz Kulovits. Konkret soll das laut Rezar durch Informationsaustausch mit den anderen Bundesländern funktionieren. Ein einheitliches Gehaltsschema in Österreich werde man nicht schaffen.

Auf konkrete Prozentsätze in Hinblick auf die Gehaltsverhandlungen wollte sich Ärztekammer-Burgenland-Präsident Michael Lang nicht festlegen. Es gehe hier nicht um Prozente, meinte er. "Das Ergebnis muss so sein, dass der Arzt an der Front, der in der Ambulanz steht, der im OP steht, der im Burgenland arbeitet, das Gefühl hat: Ich verdiene für die Arbeit das, was dafür zu zahlen ist und damit bin ich auch vergleichbar mit dem Nebenbundesland. Das ist die reine Wahrheit, darum geht es", sagte Lang. Seiner Ansicht nach sei es eine "Schande", wenn ein Arzt in seinem Bundesland für die gleiche Leistung weniger Geld bekomme als etwa im Nachbarbundesland.

Auf die Frage, ob es künftig für Ärzte, die dennoch mehr arbeiten möchten, eine Möglichkeit dazu geben werde, verwies Lang auf die bestehenden Gesetze und erklärte: "Es kann nicht sein, dass einfach ein Arzt grenzenlos arbeitet. Diese Zeiten sind meiner Meinung nach absolut vorbei."

Generell wurden die Gespräche von allen Beteiligten als konstruktiv gelobt. Man sei froh, dass es keine "Störaktionen" gegeben habe und man seitens der KRAGES eine Einigung mit der Ärztevertretung erzielt habe, so Rezar.

apa.at

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