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APA-Artikel 14. November 2014

Spitalsärzte - MedUni Wien setzt eigene Gehälter-Arbeitsgruppe ein

Vor dem Hintergrund des per Anfang 2015 gültigen neuen Arbeitszeitgesetzes für Spitalsärzte und daraus folgender Lohneinbußen hat die Wiener Ärztekammer kürzlich 30 Prozent Grundgehaltserhöhung für Krankenhausmediziner gefordert. Die MedUni Wien - sie stellt das ärztliche Personal im AKH - will nun über eine Erhöhung der Basiseinkommens verhandeln. Eine Arbeitsgruppe soll eingesetzt werden.

Konkret gehe es darum, die Herausforderungen durch die bevorstehende Reduzierung der Arbeitszeiten für die Klinikärzte zu lösen, teilte die MedUni am Freitag in einer Aussendung mit. Die Arbeitsgruppe aus Rektorats- und Betriebsvertretern soll neben der Uni in Wien auch die Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck inkludieren. Ziel sei, "die Gehaltsstruktur der österreichischen Universitätsärztinnen und -ärzte im nationalen Vergleich" zu erörtern und "eine Erhöhung der Grundgehälter" zu verhandeln.

Verhandelt werden muss mit dem Bund. Denn während die Stadt für das Arztpersonal aller Wiener Gemeindespitäler aufkommt, finanziert das Wissenschaftsministerium die MedUnis und damit auch die AKH-Ärzte. Für die nächste auszuverhandelnde Leistungsperiode 2016 bis 2018 habe das Rektorat bereits jetzt einen Mehrbedarf für das ärztliche Personalbudget angemeldet, hieß es in der Aussendung.

Zum Hintergrund: Die Gesetzesnovelle sieht eine Arbeitszeitverkürzung der Spitalsärzte von derzeit maximal 72 Stunden (bzw. im AKH infolge einer Betriebsvereinbarung von maximal 60 Stunden, Anm.) auf 48 Stunden pro Woche vor. Dadurch fallen diverse Nachtdienste und Überstunden zwangsläufig weg, was Gehaltseinbußen zur Folge hat - darum auch die Forderung nach einem 30-Prozent-Plus der Ärztekammer.

Sollten Ärzte nicht gleich auf das neue Modell umsteigen wollen, haben sie die Möglichkeit einer sogenannten Opt-Out-Regelung. Diese erlaubt, schrittweise bis Juli 2021 auf 48 Stunden zu reduzieren. Abhängig davon, wie viele Mediziner davon Gebrauch machen, wird die MedUni-Arbeitsgruppe den zusätzlichen Personalbedarf zur Abdeckung von Nacht- und Wochenenddiensten erheben.

apa.at

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