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APA-Artikel 13. November 2014

Kärntner Spitalsärzte protestieren gegen Gefährdung des Gesundheitssystems

"Wir Ärzte werden für die Rund-um-die-Uhr-Versorgung, die wir in hoher Qualität und bei größter rechtlicher Verantwortung gewährleisten, unter Wert entlohnt. Das führt dazu, dass den Kärntner Krankenhäusern die Ärzte ausgehen und damit die Versorgungsqualität massiv beeinträchtigt wird." So begründen der Präsident der Ärztekammer für Kärnten, Dr. Josef Huber, der Sprecher der Spitalsärzte, Kurienobmann Dr. Hans Ingo Kager, und Betriebsrätin OA Dr. Petra Preiß den Protestmarsch der Spitalsärzte zur Landesregierung.

"Wir bedauern, dass LH Dr. Peter Kaiser unsere Argumente nicht verstehen wollte. Er hat uns ein völlig inakzeptables Angebot für eine Gehaltserhöhung gemacht. Die Gesundheitsreferentin LHStv.in Dr.in Beate Prettner hat selbst bestätigt, dass die Kärntner Spitalsärzte ein inadäquates Grundgehalt haben. Leider aber will man dieses unfaire System für uns Ärzte nicht verändern", kritisiert Dr. Huber.

* Immer mehr erfahrene Ärzte verlassen die Landesspitäler. "Das schwächt die Krankenhäuser", betont Dr. Kager. Gleichzeitig finden Landesspitäler für freiwerdende Facharztstellen kaum Interessenten.

* Dramatisch ist der Verlust an Turnusärzten. "Derzeit ist bereits die Hälfte der Stellen frei. Es fehlen rund 100 Jungärzte in Kärnten", stellt Huber fest. "Alarmierend ist auch, dass nicht einmal die Hälfte jener Assistenzärzte, die derzeit ihre Ausbildung in den Kärntner Spitälern absolvieren, als Fachärzte hier bleiben will".

* Dazu kommt, dass das ärztliche Stammpersonal in den Kärntner Spitälern frustriert ist. Viele Ärzte wollen nicht mehr jeden Monat 240 Stunden im Spital verbringen. Sie hofften, dass diese Überbelastung mit dem neuen Arbeitszeitgesetz reduziert wird. Für sie ist es aber nicht akzeptabel, dass damit auch ein kräftiger Lohnverlust verbunden ist", erklärt Dr. Kager.

"Es ist inakzeptabel, dass Ärzte, die mit 20-jähriger Verspätung endlich Anspruch auf das grundlegende Arbeitnehmerrecht einer 48-Stunden-Woche bekommen, nun auch noch massive Lohneinbußen hinnehmen sollen", nennt Huber das Hauptmotiv.

Leider erkennt die Politik diese Warnzeichen des drohenden Ärztemangels nicht. Das Versorgungssystem in der bisherigen Qualität ist damit akut gefährdet.

Welches enorme Leistungspensum die Kärntner Spitalsärzte bisher absolvierten, zeigt der jüngste bundesweite Bericht des Gesundheitsministeriums "Krankenanstalten in Zahlen":

Kärnten hat österreichweit die wenigsten Spitalsärzte und die erbringen im Schnitt je Patient die meisten Leistungspunkte aller Bundesländer.

"Wir wären es jedenfalls wert, dass man uns ein faires Gehaltsangebot macht", so Huber, Kager und Preiß abschließend und sie ersuchen gleichzeitig um Verständnis für ihre Protestmaßnahmen!

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13300/aom

apa.at

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