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APA-Artikel 7. November 2014

Sterbehilfe - Caritas und Diakonie wollen Rechtsanspruch auf Hospiz

Caritas und Diakonie haben am Freitag bei der Enquete-Kommission zur Würde am Ende des Lebens einen Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativbetreuung gefordert. Außerdem pochen sie auf eine einheitliche Finanzierung.

Caritas-Präsident Michael Landau appellierte in seinem Beitrag im Parlament an die politisch Verantwortlichen: "Halten Sie das Thema auch weiterhin aus dem politischen Tagesstreit heraus." Denn dafür sei es zu wichtig. "Bemühen Sie sich um Lösungen im Interesse der Menschen. Jeder Sterbender ist ein Lebender bis zuletzt." Bund, Länder und Gemeinden sowie die Krankenversicherungen müssten ein Sterben in Würde durch sinnvolle Planung und gemeinsame Finanzierung sicherstellen.

Landau forderte außerdem einen sicheren, einklagbaren Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativbetreuung in all ihren Formen. Auch für ihn ist der bestehende österreichische Rechtsrahmen ein "brauchbares Regelwerk". Schon heute dürfe etwa niemand gegen seinen Willen behandelt werden.

Auch die Diakonie Österreich pocht auf einen einklagbaren Rechtsanspruch und ausreichende Finanzierung sowie den Ausbau der Dienste, auch etwa des mobilen Hospiz. Aus Sicht von Direktor Michael Chalupka fehlt es derzeit an der flächendeckenden Umsetzung und an einer einheitlichen Finanzierung - die unterschiedlichen Strukturen in den Bundesländern könnten seiner Meinung nach aber auch genutzt werden, um mit den verschiedenen Best Practice-Beispielen ein zufriedenstellendes System in ganz Österreich zu schaffen.

Tötung auf Verlangen und die Beihilfe zum Suizid sollen verboten bleiben, betonte Chalupka. Worüber die Diakonie allerdings nachdenke wolle, sei ein "größerer Spielraum für Gewissensentscheidungen" bei der Frage der Beihilfe zum Suizid. Dies impliziere zum einen, dass assistierter Selbstmord "kein Rechtsanspruch sein kann, der sich an den Staat oder gar an Dritte richtet". Denn wären Dritte zur Suizidhilfe verpflichtet, hätten sie ja keinen Spielraum mehr für eine Gewissensentscheidung, so der Direktor.

CS Caritas Socialis Geschäftsführer Robert Oberndorfer forderte in einer Aussendung den Ausbau des Hospiz- und Palliativbereichs in Österreich sowie ebenfalls einen Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativbetreuung im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz.

Kompetente Schmerztherapie macht Euthanasie und assistierten Suizid entbehrlich, das erklärte die Österreichische Schmerzgesellschaft anlässlich der aktuellen Diskussion. Gewarnt wird davor, bei der Schmerzmedizin zu sparen, zumal das den Druck für Sterbehilfe verstärken würde.

apa.at

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