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APA-Artikel 6. November 2014

Oö. Spitalsreform - AK: Pflegepersonal zu wenig berücksichtigt

Bei der Erarbeitung der vor drei Jahren gestarteten und bis 2020 laufenden oö. Spitalsreform II ist aus Arbeiterkammer-Sicht das Pflegepersonal - laut Präsident Johann Kalliauer "die eigentlichen Experten" - zu wenig eingebunden worden. Die Arbeitsbedingungen seien mittlerweile schlechter, zudem gebe es Nachwuchsmangel. Für Kalliauer sind, wie er am Donnerstag erklärte, Kampfmaßnahmen vorstellbar.

"Im Fokus steht die Einsparung", so der oö. AK-Präsident über das Reformprojekt. Das sei grundsätzlich nichts Negatives, die Auswirkungen auf die Beschäftigten und die zu versorgende Bevölkerung habe man aber bisher nicht berücksichtigt. Seit Beginn der Spitalsreform sei die Zufriedenheit mit Krankenhausaufenthalten "signifikant zurückgegangen", betonte Kalliauer und präsentierte ein Umfrageergebnis des Landes: Im Jänner 2011 stellten demnach 85 Prozent dem Spital ein sehr gutes bzw. gutes Zeugnis aus, im Sommer 2014 waren es 75 Prozent. Mit der Betreuung durch den Hausarzt seien hingegen konstant mehr als 90 Prozent zufrieden, berichtete der Präsident.

Auch beim Personal ortet er "ein hohes Maß an Skepsis", es müsste mit seinen "Befürchtungen und Einschätzungen" ernst genommen werden. Von der AK vor dem Sommer befragt, erklärten 75 Prozent der oö. Spitalsbeschäftigten, dass sich Arbeitsbelastungen und Zeitdruck durch die Reform verschärfen. Kalliauer sieht darin ein "ganz klares" Indiz für Personalknappheit. Nachwuchs sei dringend notwendig, einzelne Häuser hätten "schon massive Probleme". Einen zusätzlichen Belastungsfaktor stelle die Verlagerung von Bürokratie von Ärzten zum Pflegepersonal dar, kritisierte der AK-Chef. Ein weitere Verschlimmerung wünsche sich niemand.

"Der Widerstand der Beschäftigten wird größer werden", sagte Kalliauer, der nicht nur die Landespolitik, sondern auch die Krankenhausträger in die Pflicht nimmt. Es gebe bereits erste Anzeichen dafür. Ob auf absehbare Zeit ein Streik möglich sei? "Wenn man's auf Dauer ignoriert - ja."

apa.at

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