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APA-Artikel 31. Oktober 2014

Mehrheit der Österreicher für Schwangerschaftsabbruch im Krankenhaus

Knapp drei Viertel der Österreicher sind der Meinung, dass es in jedem Bundesland die Möglichkeit geben sollte, Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Krankenanstalten vornehmen zu lassen. 41 Prozent glauben außerdem, dass eine moderne Sexualerziehung mit dem zehnten Lebensjahr beginnen sollte. Das zeigen die Ergebnisse des aktuelle Frauenbarometers, die am Freitag in Wien präsentiert wurden.

"Die Zustimmung zur Möglichkeit eines Abbruches in den öffentlichen Anstalten aller Bundesländern freut mich besonders. Wenn sich Frauen ohnehin schon in einer schwierigen Situation befinden, sollte man ihnen nicht noch zusätzlich Steine in den Weg legen, indem sie einen weiten Weg bis zur nächsten Klinik zurücklegen müssen", erklärte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). "Interessant ist hier, dass sich die jüngeren Befragten etwas geringer für diese Möglichkeit aussprechen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Personen unter 30 Jahren noch weniger Erfahrung mit dem Thema haben", erklärte Christina Matzka vom Umfrageinstitut meinungsraum.at.

Ein Großteil der Befragten sprach sich auch für einen frühen Beginn der Sexualerziehung aus. Zwölf Prozent wollen hier bereits im Kindergarten ansetzen, etwa jeder Dritte ab der Volksschule und 41 Prozent spätestens mit dem zehnten Lebensjahr. Geteilte Auffassungen zeigen die Österreicher, was den Ort der Aufklärung angeht. So möchten 47 Prozent, dass diese in Bildungseinrichtungen abgehalten wird und 51 Prozent sehen hier eher das Elternhaus in der Pflicht. "Die Sexualpädagogik kann meiner Auffassung nach nicht früh genug beginnen", sagte Heinisch-Hosek. Während sie für den Kindergarten einen passiven Zugang befürworten würde - "Pädagoginnen und Pädagogen müssen auf jeden Fall auf Fragen der Kinder antworten können" - solle der Sexualunterricht in der Volksschule als Unterrichtsprinzip Einzug finden. Deshalb möchte die Frauen- und Bildungsministerin den Erlass zur Sexualerziehung, der sich seit den 1990er-Jahren nicht geändert hat, in absehbarer Zeit auch neu konzipieren.

Auch das neue Brustkrebs-Vorsorgeprogramm ist zwei von drei Österreichern bekannt, 67 Prozent von ihnen fühlen sich sehr gut oder eher gut darüber informiert. Über das Angebot einer kostenlosen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen und Burschen zwischen neun und zwölf Jahren wissen 60 Prozent der Befragten Bescheid. Um das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein von Frauen zu fördern, wünschen sich außerdem 82 Prozent der Österreicher eine Kennzeichnungspflicht für nachträglich retuschierte Werbefotos. 77 Prozent befürworten zudem, dass Schaufensterpuppen den menschlichen Körper realistischer darstellen müssen als bisher und 87 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Untergrenze des Körpergewichts von Models aus.

Das Frauenbarometer ist eine Online-Umfrage zur Gleichstellung in Österreich. Sie wird vierteljährlich unter 1.000 Frauen und Männern im Alter von 15 bis 69 Jahren durchgeführt.

apa.at

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