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APA-Artikel 29. Oktober 2014

Steirische KAGes-Spitäler führen "eRöntgenpass" ein

Für die einen ist es viel zu viel, die anderen bestehen darauf: Die Bildgebende Diagnostik ist in der heutigen Medizin ein wertvolles Werkzeug, zugleich aber - wenn ionisierende Strahlung eingesetzt wird - nicht nebenwirkungsfrei. Mehr Überblick für behandelnde Ärzte, aber auch Patienten soll in der Steiermark ein sogenannter "eRöntgenpass" bringen, wie er am Mittwoch in Graz präsentiert wurde.

Auch wenn Röntgengeräte und Computertomografien (CT) mit immer weniger radioaktiver Strahlung auskommen, sind die entsprechende Untersuchungen mit einer Strahlenbelastung und damit mit einem geringen Risiko einer Zellveränderung und eventueller unerwünschter Langzeitfolgen verbunden. Daher gelte es Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden, hieß es in dem Pressegespräch des steirischen Gesundheitslandesrates Christopher Drexler (ÖVP) und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes).

Vorgestellt wurde ein online abrufbarer "eRöntgenpass", der im Rahmen eines EU-Projektes von der KAGes, der FH Joanneum und dem Gesundheitsfonds Steiermark entwickelt wurde. Dieser soll einen Überblick über alle radiologische Untersuchungen und strahlentherapeutische Behandlungen samt bisheriger Strahlenbelastung des jeweiligen KAGes-Patienten geben. "Manche überschätzen das Risiko, manche unterschätzen es. Jetzt ist der Strahlungsbelastungs-Blindflug ist beendet", hielt Drexler fest.

Zugleich wolle man mit dem zugleich entwickelten Patienten-Portal Orientierungswissen in Sachen Radiologie, ihren Nutzen und allfällige Risiken anbieten. Besseres Wissen über die Höhe der verordneten Strahlendosen und die bereits verabreichte Strahlendosen - wie sie durch einen "Röntgenpass" seit Jahresbeginn dokumentiert werden - sollen schließlich bei allen Beteiligten zu einem sorgsameren Umgang mit den radiologischen Untersuchungen führen. "Die Reduktion der Belastung aus Röntgenstrahlen entspricht der medizinischen Intention hinsichtlich der Quantität der Röntgenaufnahmen im Leben eines Menschen. Sie kommt aber auch dem Bemühen entgegen, kostenintensive bildgebende Methoden noch gezielter einzusetzen", so KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg.

Dennoch ist das vorliegende Produkt nur bedingt aussagekräftig: In den "Pass" werden vorerst nur Untersuchungen in den Häusern der KAGes, jedoch nicht bei Radiologen eingetragen. Entsprechende Zusammenführungen seien gewünscht und geplant, ebenso wie die direkte Abrufbarkeit der jeweiligen Befunde.

apa.at

  • Herr Dr. Franz Reiter, 30.10.2014 um 16:19:

    „Neben den Radiologen sollten auch die (Wahl)-Zahnärzte in das zu begrüßende Projekt mit einbezogen werden.“

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