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APA-Artikel 29. Oktober 2014

Team Stronach will alle Krankenkassen zusammenlegen

Das Team Stronach will alle Krankenkassen zusammenlegen. In einem ersten Schritt sollte eine Vereinigung auf drei Träger für Selbstständige, Unselbstständige und Beamte erfolgen und in einem zweiten Schritt diese zu einer Gesundheitsversicherung zusammengeführt werden. Die Unfallversicherung und die Pflege sollten dabei integriert werden. Eigenständig sollte nur die Pensionsversicherung bleiben.

Zur Umsetzung dieses Konzepts forderten Sozialsprecherin Waltraud Dietrich und Gesundheitssprecher Marcus Franz am Mittwoch in einer Pressekonferenz einen runden Tisch mit Experten, der noch heuer einberufen werden sollte. Dabei sollten auch Fachleute aus Schweden ihre Erfahrungen einbringen, wo eine Zusammenlegung aller Sozialversicherungen auf eine einzige bereits erfolgt sei. Dietrich forderte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) auf, seine "Vogel-Strauß-Politik" zu beenden und Reformen anzugehen.

Die geschäftsführende Klubobfrau des Team Stronach begründete die Forderung damit, dass die 22 Sozialversicherungsträger ein "riesiges Betätigungsfeld" für die politischen Freunde der "Koalitionsbürokratie" seien. Nach Einschätzung von Experten liege hier ein Milliarden schweres Einsparungspotenzial, das den Versicherten zugutekommen solle. Die Regierung hätte ihrer Auffassung nach die "moralische Verpflichtung", dieses zu heben.

Franz bezeichnete die von den Sozialversicherungen angegebenen Verwaltungskosten von 3,5 bis 3,7 Prozent als "geschönt". Wenn man alles einrechne, wie etwa auch die Verwaltung der öffentlichen Spitäler und der Kassenärzte, komme nach auf Verwaltungskosten von sieben bis zehn Prozent. Pro Kopf variieren seinen Angaben zufolge die Kosten von 13 Euro bei kleineren Betriebskassen bis zu 167 Euro bei der Kasse für Eisenbahner und Bergbau. Mit einer Zusammenlegung würde das System nach Ansicht des Team Stronach auch gerechter, weil damit auch die 14 verschiedenen Leistungskataloge vereinheitlicht würden.

Zuletzt hatte sich auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP) für eine Experten-Studie über eine mögliche Zusammenlegung der Kassen ausgesprochen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (beide SPÖ) hatten eine solche Zusammenlegung jedoch abgelehnt. Und auch für den neuen Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald (ÖVP), ist das kein Thema.

apa.at

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