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APA-Artikel 27. Oktober 2014

Verschwundene Tumorproben - Rufe nach mehr Analysen im eigenen Haus

Nach dem Verschwinden von Tumorproben auf dem Weg vom dem Linzer AKh in ein deutsches Labor werden zunehmend Rufe laut, die Analysen wieder mehr im eigenen Haus durchzuführen. Die Gesundheitssprecherinnen von FPÖ, Brigitte Povysil, und Grünen, Ulrike Schwarz, wiesen am Montag darauf hin, dass das AKh bald Teil einer Uni-Klinik sein werde und man den Pathologenmangel in den Griff bekommen müsse.

Nicht nur der Fall der verschwundenen Gewebeproben bedürfe einer Klärung, so Povysil, "generell braucht ein Universitätsklinikum ein funktionierendes pathologisches Institut vor Ort". Im AKh müsse in diesem Fachgebiet wieder ein entsprechender Betrieb etabliert werden. "Damit es zu einer raschen Umsetzung kommt, unterstützen die Freiheitlichen die Forderung der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie nach einem Gipfel mit allen Verantwortlichen."

Schwarz mahnte, der aktuelle Fall müsse ein "Weckruf" sein. "Es ist dringend an der Zeit, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Darüber hinaus müssen wir in Hinblick auf die Uniklinik alles daran setzen, dass die Ärzte hierbleiben, und auch die Labors mit genügend Fachpersonal ausgestattet werden." Ansonsten würden weiterhin viele Patienten in Unsicherheit bleiben und viel zu lange auf ihre Befunde warten.

Für die Grüne Klubobfrau im Gemeinderat und AKh-Aufsichtsrätin, Gerda Lenger, sind die verschwundenen Gewebeproben "exemplarisch für die sich seit der vom Land verordneten Spitalsreform verschlechternde Situation der Pathologie im AKh". Sie verlangte eine Prüfung dieser nun "besonders schmerzlich zutage tretenden negativen Auswirkungen" durch anerkannte externe Experten.

Am Sonntag war bekannt geworden, dass Tumorproben von sechs Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs, die aus dem Linzer Allgemeinen Krankenhaus (AKh) in ein Labor nach Bayreuth geschickt werden sollten, auf dem Postweg verloren gegangen sind. Bei zwei Betroffenen wurde das gesamte verdächtige Gewebe bereits bei der Biopsie entnommen und daher dürfte kein zweiter Test möglich sein. Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) kündigte daraufhin eine rasche Prüfung durch das Kontrollamt an. Man müsse sich überlegen, ob es unbedingt nötig sei, die Proben nach Deutschland zu schicken. Vielleicht könne man stattdessen mit anderen Linzern Krankenhäusern zusammenarbeiten, regte der Stadtchef an.

apa.at

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