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APA-Artikel 27. Oktober 2014

Nach 25 Jahren: Wiener AKH-Chef - Das verschwundene Baby als Schock

Das Prinzip, mögliche Fehlerquellen festzustellen und aufzuzeigen gelte auch für die Zusammenarbeit mit der Justiz nach Vorwürfen im Zusammenhang mit Begleitumständen eines Vergabeverfahrens durch das AKH, so der bald aus seiner Funktion als Leiter der Institution scheidende Reinhard Krepler. Zu den in den vergangenen Jahren aufgetauchten Vorwürfen gibt es zwei schwebende Gerichtsverfahren.

Das wohl überzeugendste Exempel für die Richtigkeit einer solchen Strategie bekamen die Gäste bzw. Mitwirkenden bei der Feier am 17. Oktober im Wiener AKH mit: Unter den Anwesenden befand sich jenes mittlerweile 14-jährige Mädchen mit seinen Eltern, das im Mai 2000 als Neugeborenes von einer Frau in psychischem Ausnahmezustand aus der Universitäts-Frauenklinik entführt worden war. "Das war damals ein Riesenschock." Tag und Nacht arbeiteten alle Beteiligten, um - auch mithilfe der Medien - das Kind wiederzufinden, was gelang. Krepler: "Dina und ihre Eltern sind als Freunde zu uns zurückgekommen."

Der AKH-Langzeitchef, der mit dem Briefbombenattentat auf Wiens Bürgermeister Helmut Zilk im Dezember 1993 und dem Kampf der Ärzte in dem Spital um sein Leben und seine Gesundheit noch eine ähnlich extrem belastende Situation erlebte, wird sich - sprichwörtlich gesagt - aus dem Spitals-Tagesgeschäft zurückziehen. Doch untätig bleiben wird er nicht. "Der akademische Senat der MedUni Graz hat mich in geheimer Abstimmung in den Universitätsrat gewählt." Dort sei erkannt worden, dass man bei Aufrechterhaltung der Trennung der Geldmittel für MedUni und Landesklinikum Probleme kommen würde. Doch mit der Zusammenlegung der Ressourcen könne man die Zukunft bewältigen. "Hier kann ich meine Erfahrung bei der Realisierung dieses Projekts einbringen.

Ein zweites Betätigungsfeld werde weiterhin seine Funktion im Aufsichtsrat des Hauses der Barmherzigkeit in Wien sein. "Mir ist der Umgang mit alten Menschen ein besonderes Anliegen. Ich bin besonders stolz, dass wir es im Rahmen der Institution geschafft haben, Betreute mit besonderen Bedürfnissen nicht mehr in einem Haus, sondern in 15 betreuten Wohnungen in ganz Wien zu versorgen. Sie können ein Leben wie andere Menschen führen."

Schließlich will Krepler mithelfen, die in Österreich gestartete Gesundheitsreform umzusetzen. Hier wird es darauf ankommen, die medizinische Versorgung der Patienten auf den verschiedenen Ebenen - von der niedergelassenen Praxis bis zur Spitzenklinik - optimal zu verzahnen. "Wir können viele Akutbetten abbauen. Aber dazu benötigen wir eine optimale Vorbereitung der Patienten vor der Aufnahme ins Spital und eine optimale Mobilisierung und Rehabilitation danach." Das Wiener AKH hat hier eine beispielhafte Zusammenarbeit mit dem Kuratorium der Wiener Pensionistenheime gestartet. Wenn die Akutversorgung von Patienten mit künstlicher Hüfte in der Klinik abgeschlossen ist, erfolgen Remobilisierung und Rehabilitation in deren Einrichtungen. Der Komfort ist für die Betroffenen dort deutlich höher, die Kosten für das Gesundheitssystem sind niedriger.

apa.at

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