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APA-Artikel 20. Oktober 2014

Neue Umfrage: Was sich die Österreicher von unserem Gesundheitssystem wünschen und von der Gesundheitsreform erwarten

Die neue Umfrage "Image der Hausärzte in der österreichischen Gesellschaft" des Markt- und Meinungsforschungsinstituts ecoquest, die im Auftrag der Ärztekammer für Wien durchgeführt wurde, hat erhoben, was die Österreicher von ihrem Gesundheitssystem wünschen und von der Gesundheitsreform erwarten. "Die Ergebnisse zeigen ganz deutlich: Die Hausärzte genießen ein hohes Ansehen und spielen in der Gesundheitsversorgung eine außerordentlich wichtige Rolle", so Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.

Gäbe es mehr niedergelassene Ärzte mit Kassenverträgen, könnte nach Meinung der Befragten vor allem erreicht werden, dass der Arzt mehr Zeit für die Patienten aufwendet sowie eine bessere medizinische Versorgung insgesamt zustande kommt. 73 Prozent der Befragten würden ihren Hausarzt auf jeden Fall und 21 Prozent auch eher Freunden und Bekannten weiter empfehlen.

Ärztemangel bereits spürbar

42 Prozent der Befragten bezeichnen die medizinische Versorgung durch Hausärzte in ihrem Wohngebiet als vollkommen ausreichend, weitere 38 Prozent als eher ausreichend. Rund ein Fünftel der Befragten hält die lokale hausärztliche Versorgung für eher nicht (14 Prozent) oder gar nicht (5 Prozent) ausreichend.

"Hinter diesem Durchschnittswert verbergen sich teilweise gravierende Abweichungen", ergänzt Peter Ulram von ecoquest Market Research & Consulting. Während im großstädtischen Bereich, speziell in Wien, nur 14 Prozent eine nicht ausreichende Versorgung feststellen, gilt dies für ein Viertel der Befragten, die in einem Ort mit weniger als 5000 Einwohnern leben. Bundesländerspezifisch wird in überdurchschnittlichem Ausmaß auf eine unzureichende Versorgung in Kärnten, Niederösterreich (und ansatzweise Salzburg) verwiesen.

Der wichtigste Ansprechpartner, wenn man sich krank fühlt und medizinische Hilfe benötigt, ist für gewöhnlich der Hausarzt (78 Prozent). 11 Prozent verweisen auf Verwandte und Bekannte (ein Fünftel der Unter-30-Jährigen), 6 Prozent auf den Apotheker (überdurchschnittlich junge Männer). Eher selten nennt man Internet-Ratgeber (3 Prozent) und das Krankenhaus (2 Prozent). Telefon-Hotlines werden von niemandem angeführt.

Patientenwunsch: Mehr Zeit für Gespräche

Konkret wünschen sich: "Mein Hausarzt sollte sich Zeit nehmen für das Gespräch" (82 Prozent sehr wichtig und 16 Prozent eher wichtig), "Mein Hausarzt sollte mehr auf meine persönliche Situation eingehen und weniger auf Routineuntersuchungen setzen" (64 Prozent sehr wichtig und 28 Prozent eher wichtig).

So gut wie alle Befragten (99 Prozent) halten den Hausarzt für einen sehr wichtigen Bestandteil der österreichischen Gesundheitsversorgung. Die große Mehrheit ist auch der Ansicht, ihr Hausarzt könne sehr gut entscheiden, zu welchem Facharzt er sie überweisen solle.

"Best Point of Service"

Die befragten Österreicher sehen den niedergelassenen Bereich also in sehr vielen Bereichen als "Best Point of Service". Nun gehe es darum, durch entsprechende Reformen den niedergelassenen Bereich in die Lage zu versetzen, das im Interesse von Patienten und Bürgern auch wirklich sein zu können, bekräftigt Steinhart. "Diese Chance möchten wir gerne gemeinsam mit der neuen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser nützen."

Die Ergebnisse der ecoquest-Umfrage, so Steinhart, sind für ihn "Bestätigung und Ermutigung" gleichermaßen: "Sie bestätigen mich in meiner Einschätzung von Schwachstellen in unserem Gesundheitssystem und der Bedürfnisse von Patienten. Sie bestätigen mir die Richtigkeit der Positionen der Ärztekammer zu zentralen Fragen der Gesundheitsversorgung, und sie ermutigen mich, diese Positionen auch in Zukunft politisch konsequent zu vertreten."

Rückfragehinweis: Ärztekammer für Wien - Pressestelle, Mag. Susanne Schönmayr, Tel.: (++43-1) 51501/1407, mailto: , http://www.aekwien.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/30/aom

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