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APA-Artikel 15. Oktober 2014

Universitätsspital Basel mit zwei Isolationszimmern vorbereitet

Ebola-Infektionen von Spitalangestellten in Spanien und den USA beunruhigen das Spitalpersonal auch in der Schweiz. Das Universitätsspital Basel (USB), das zwei Isolationszimmer bereit hält, hat am Mittwoch seine Vorbereitungen vorgestellt, um Ängsten entgegenzuwirken.

Die breite Bevölkerung sei in der Schweizer derzeit "sicher nicht gefährdet", sagte der baselstädtische Kantonsarzt Thomas Steffen. Eine Ebola-Infektion brauche direkten Kontakt, und derzeit sei in der Schweiz kein Fall bestätigt. Angesichts der Mobilität und des Asylempfangszentrums im Kanton bereite man sich natürlich vor.

Vor einiger Zeit war in Basel eine Patientin mit Ebola behandelt und geheilt worden, sagte Prof. Andreas Widmer, Leiter der USB-Spitalhygiene. Manches kenne man daher schon, auch wenn Virenstämme mutierten. Auch das SARS-Virus vor elf Jahren habe eine ähnliche Situation gebracht. Neu sei diesmal, dass Spitalpersonal mit Ebola angesteckt wurde.

Das USB würde im Ernstfall vorsichtshalber mit der höchsten Sicherheitsstufe anfangen - auch um zu vermeiden, dass das Personal aus Angst nicht zur Arbeit erscheint. Von den rund 5500 USB-Angestellten bekämen laut Widmer möglichst wenige mit einem allfälligen Ebola-Fall zu tun, und zwar nur Freiwillige aus einer seit 18 Jahren bestehenden Spezialgruppe. Neu melde sich dafür indes im Moment niemand.

Der personelle und technische Aufwand ist enorm: Ein einziger Ebola-Fall bindet 30 bis 40 Leute pro Tag. Das USB hält zwei Plätze bereit. Alleine das Ein- und Ausschleusen etwa eines Arztes ins Isolationszimmer daure eine bis anderthalb Stunden. Darum seien Videokameras und Tablet-Computer für die Kommunikation aus einem sicheren Nebenraum installiert. Wird so ein Zimmer frei, muss es zuerst zur Desinfektion 24 Stunden lang begast werden.

Spezial-Schutzanzüge samt Filtermasken - einzelne Modelle seien ausverkauft - muss man laut Widmer nach einem einzigen Einsatz entsorgen. Das erfordere dichte Container, die dann im USB-Keller in einem "Autoklav"-Gerät bei 134 Grad 18 Minuten lang erhitzt würden. Das töte Ebola-Viren zuverlässig, die zudem auch gut mit üblichen Desinfektionsmitteln zu beseitigen seien.

Heikel sei etwa das Ausziehen der Schutzanzüge, wo jeder Handgriff sitzen müsse. Im USB soll das Personal in solchen Fällen immer zu zweit arbeiten, um sich gegenseitig bei den vorgegebenen Abläufen zu überwachen. Trainiert werde alles bereits seit sechs Wochen. Ziel sei eine "maximale Sicherheit", auch wenn trotz allen Vorbereitungen eine Restunsicherheit bleibe.

Bei einem Verdachtsfall liege eine Laboranalyse innert 24 bis 36 Stunden vor. Das daure so lange, weil in der Schweiz laut Widmer bislang nur so genannte "B4-Labors" mit so gefährlichem Material hantieren dürfen, also konkret nur Genf und Spiez. Schon der Transport der Proben dorthin sei sehr streng geregelt.

An sich könnte ein Labor gleich im USB innert sechs Stunden Klarheit schaffen - dazu liefen derzeit Diskussionen mit dem Bund. Bei Krankheiten mit ähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Salmonellen oder Malaria könne man nicht 36 Stunden mit der Behandlung zuwarten.

Immerhin koordiniert der Bund laut Steffen - quasi als Vorwegnahme des ab 2016 vorgesehenen neuen Epidemiegesetzes - gegebenenfalls situativ die Zuteilung von Ebolapatienten auf das halbe Dutzend Spitäler im Land, die solche behandeln können. Zumindest theoretisch, denn Verlegungen von Kranken brächten zusätzliche Risiken, die es laut Widmer zu vermeiden gilt.

Gemäss Steffen wurden Bundes-Checklisten und detaillierte Verhaltensregeln allen Hausärzten und sonstigen Stellen abgegeben, die allenfalls mit einem Ebola-Verdachtsfall konfrontiert werden könnten. Bei Bedarf seien in Basel-Stadt Spezialisten innert 45 Minuten vor Ort; eine Hotline stehe rund um die Uhr bereit.

Der Kanton wolle nicht nur für Ebola gerüstet sein, sondern auch Panik vermeiden. Sonst werde es schwierig in der bevorstehenden Grippe-Saison, sagte Steffen, denn die ersten Symptome glichen sich.

apa.at

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