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APA-Artikel 14. Oktober 2014

Recht der Frauen auf Art der Entbindung

Jede Frau hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Das erfordert, dass Geburtshelfer und Hebammen die Frauen medizinisch umfassend beraten, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Mögliche Folgen der verschiedenen Geburtswege - vaginal oder per Sectio - seien darzulegen, ebenso die unmittelbaren Konsequenzen und mögliche Langzeitfolgen, erklärten Experten anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe (17. bis 18. Oktober) in der Wiener Privatklinik Rudolfinerhaus. Gebären und geboren werden, seien eben existenzielle Situationen, die besonderes Einfühlungsvermögen verlangten. Das ist aber nicht so einfach. "Wir haben drei 'Parteien', die an der Geburt beteiligt sind - die Eltern, das Baby und das betreuende Team", betonte der Wiener Gynäkologe Bernhard Bartosch.

So ist es auch kein Wunder, dass gerade in der Geburtshilfe in den vergangenen Jahren zunehmend auch das Recht Fuß gefasst hat. Die Primarärztin der Gynäkologie- und Geburtshilfe-Abteilung am Wiener Hanusch Krankenhaus, Barbara Maier, führte die Belastungen aus, unter denen die Geburtshelfer selbst in diesem Umfeld stehen: "Geburtshelfer und Hebammen arbeiten in einem emotionsgeladenen Setting mit Ängsten, Schmerzen und müssen fähig sein, rasch, konsequent, oft auch unter Druck und während langer Nachtdienste Entscheidungen zu treffen." Traumatisch verlaufene Geburten könnten sogar zu schweren psychischen Konsequenzen beim Personal führen. Gleichzeitig gebe es die Gefahr der "Defensivmedizin", um nur ja kein Risiko einzugehen.

"Die Aufgabe von Gynäkologen und Hebammen ist es, Schwangeren und Gebärenden auf der Basis fundierter wissenschaftlicher Evidenzen verständliche Information zu geben", sagte die Hebammen Lisa Rakos. Die Entscheidungen der Frau müssten abgewartet und respektiert werden.

apa.at

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