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APA-Artikel 14. Oktober 2014

Spitalsärzte - Einigung zwischen Medizinern und steirischer KAGes

Mit einer Erhöhung der Grundgehälter zwischen zehn und 18 Prozent begegnet die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes der nach dem neuen Arbeitszeitgesetz vorgesehenen Reduktion der Ärztearbeitszeit, die auch mit Einkommensverlusten einhergehen würde. Die daraus entstehenden Kosten bezifferte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Dienstag mit 28 Mio. Euro für 2015.

Bis Mitte 2021 soll mit dem neuen Gesetz die wöchentliche Durchschnitts-Arbeitszeit von derzeit bis zu 72 auf maximal 48 Stunden beschränkt werden. Bereits ab 2015 dürfen Ärzte im Krankenhaus nur mehr dann bis zu 60 Stunden Dienst machen, wenn sie schriftlich ihr Einverständnis erklären. Damit die Mediziner trotz der damit drohenden Einkommensverluste in den steirischen Spitälern gehalten bzw. zusätzlich ins Land geholt werden können, haben die KAGes gemeinsam mit der Ärztekammer und dem Zentralbetriebsrat ein Maßnahmenbündel geschnürt, das auch die Gehaltssituation neu regelt, führte KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg aus.

Dabei wird das bisherige Verhältnis Grundgehalt zu Journaldiensten von bisher 66 zu 34 Prozent auf 75 Prozent Grundgehalt zu 25 Prozent Journaldienste verschoben. Konkret werden die Gehälter je nach Lohngruppe zwischen zehn und 18 Prozent erhöht. Das bedeutet für einen Turnusarzt ein Bruttogrundgehalt von 2.861 Euro (bisher 2.400), für einen Assistenzarzt 2.800 Euro (bisher 2.200) und einen Facharzt 4.800 Euro (bisher 3.600). In diesen Grundgehältern seien nun auch die jeweiligen "Ärztedienstzulagen 1" integriert worden, erläuterte Martin Wehrschütz, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte in der Ärztekammer Steiermark. Er bezeichnete das neue Schema als "signifikanten Schub nach vorne, der die Ärzteflucht aus der Steiermark stoppen kann".

Vor allem sollen die Mediziner auch dazu bewogen werden, zur Opt-Out-Regelung - mit einer vorerst freiwilligen Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf maximal 60 Stunden - zuzustimmen. Würden in der KAGes alle angestellten Mediziner ab dem kommenden Jahr durchschnittlich 48 Stunden arbeiten, würde das einen Personalbedarf von 400 bis 500 zusätzlichen Stellen bedeuten, schilderte Christina Grünauer-Leisenberger vom KAGes-Personalmanagement. Mit der Opt-Out-Regelung rechnet Gesundheitslandesrat Drexler mit Mehrkosten von 28 Mio. für das Jahr 2015 und weiterhin 35 Mio. Euro jährlich in der Vollausbauvariante (mit den maximal 48 Stunden Wochenarbeitszeit, Anm.) ab dem Jahr 2021.

Die KAGes muss die Mehrkosten für 2015 aus eigener Kraft stemmen. Laut Finanzvorstand Ernst Fartek könne die Mehrbelastung für 2015 aus den Ergebnissen der "Einsparungen der Vergangenheit" bestritten werden. Ab 2016 müssen wir in den Budgetverhandlungen Wege finden, wie das Geld sicherzustellen ist", so Drexler.

Neben der Gehaltssituation werde es laut KAGes mit dem vorliegenden Maßnahmenbündel auch eine Verbesserung der Ausbildungsqualität und eine Entlastung der ärztlichen Tätigkeit im Spital von Organisations- und Verwaltungsaufgaben geben. Fortbildungen sollen finanziell und durch Fortbildungstage und Sonderurlaub unterstützt, die Angebote in der Kinderbetreuung ausgeweitet, sowie der Wiedereinstieg nach der Karenz erleichtert werden.

apa.at

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