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APA-Artikel 14. Oktober 2014

Einsatz im Ebola-Gebiet: Techniker aus Hagen reist nach Sierra Leone

Von Wolfgang Dahlmann, dpa

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie schickt das Deutsche Rote Kreuz einen Fachmann aus Hagen nach Sierra Leone. Marcus Richter soll in Kenema beim Ausbau einer Isolierstation mitarbeiten. Seine Familie war davon erstmal gar nicht begeistert.

Marcus Richter hat Erfahrung mit Auslandseinsätzen. Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war er in Haiti, Pakistan und im Choleragebiet in Simbabwe. Jetzt kommt ein Einsatz im Ebola-Gebiet hinzu. Am Mittwoch will der 37-jährige Rettungsassistent vom Blutspendedienst in Hagen nach Sierra Leone fliegen, um den Ausbau des DRK-Krankenhauses in Kenema voranzutreiben. Die Isolierstation muss erweitert werden. "Isolation ist die wichtigste Maßnahme von allen", sagt Richter. Er gehört zu den ersten Helfern, die geschickt werden. Vergangene Woche hat das DRK schon Erkundungsteams auf den Weg gebracht worden. Jetzt soll die eigentliche Arbeit losgehen.

Richter hält die Arbeit vor Ort für wichtig. Sie müsse gemacht werden. "Angst habe ich nicht." Allerdings freut er sich auch nicht gerade. Das Schlimmste seien die Schutzanzüge. So etwas habe er bei bisherigen Einsätzen nicht tragen müssen. "Es ist unglaublich heiß darin und beengt." Das langwierige An- und Ausziehen hat er zwei Tage lang bei einem Lehrgang in Würzburg geübt und dabei auch so einiges über Ebola erfahren.

Seinen Angehörigen in Witten habe er mit der Vorbereitung etwas von den Sorgen nehmen können. Sie hätten wohl mehr Angst gehabt als er selbst. Seine Freundin sei auch nicht sehr erfreut gewesen. "Sie ist sich aber im Klaren, dass der Einsatz wichtig ist", sagt Richter. "Sie akzeptiert das."

Der 37-Jährige ist Techniker und nicht im medizinischen Einsatz. "Ich habe keinen direkten Kontakt zu Patienten. Die Leidensgeschichte hat für mich kein direktes Gesicht. Für Mediziner ist das noch mal eine andere Nummer."

Neben der Erweiterung der Isolierstation soll sich Richter um eine hauseigene Müllverbrennung kümmern und um die Einrichtung von Sanitäranlagen. Wenn alles gut läuft, wird er zudem lokale Mitarbeiter schulen. Allerdings bleibt er nur vier Wochen in Kenema.

Qualifiziert hat sich Richter über Jahre hinweg durch DRK-interne Lehrgänge für die Technikeinsätze. Von Haus aus arbeitet er beim Blutspendedienst eher im medizinischen Bereich, nimmt Blut ab und betreut Spender. Bei den Lehrgängen hat er gelernt, wie unter schwierigen Bedingungen Anlagen gebaut werden. In Simbabwe war er 2009 während der Cholera zum Beispiel für die Einrichtung der Wasserversorgung zuständig.

Wenn der 37-Jährige zurück nach Nordrhein-Westfalen kommt, hat er erstmal Pause. Drei Wochen darf er sich ausruhen und die Eindrücke verarbeiten. Solange ist er beim Blutspendedienst freigestellt.

apa.at

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