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APA-Artikel 10. Oktober 2014

Wiener AKH-Neurochirurgie feiert 50 Jahre Bestehen

Mit einer gemeinsamen wissenschaftlichen Sitzung der Österreichischen Gesellschaft für Neurochirurgie und der World Academy of Neurological Surgery (WANS) im Leopold Museum sowie einem WANS-Meeting im Billrothhaus begehen derzeit die Fachgesellschaft und die Universitätsklinik für Neurochirurgie in Wiener ihre 50-jährigen Jubiläen. Die Klinik war ehemals einer der ersten Teile des Neuen AKH.

An sich ist die Geschichte der Neurochirurgie in Wien bereits sehr alt. Sie begann noch in den Blütezeiten der zweiten Wiener Medizinischen Schule. "Es waren gerade einmal zwei Dekaden vergangen, seit Victor Horsley 1885 die erste Hirnoperation in London durchgeführt hatte, als Prof. Anton Eiselsberg im Jahr 1904 die erste Operation am Gehirn in Wien durchführte. Dieser Eingriff, eine Gliomoperation (Gliome sind bösartige Hirntumore; Anm.), kann als Geburtsstunde der Neurochirurgie in Österreich gelten", schrieb der Chef der neurochirurgischen Universitätsklinik der MedUni Wien im AKH, Engelbert Knosp, jetzt in einer Festschrift.

Während die Wiener Neurochirurgen in den ersten Jahrzehnten an die normale Chirurgie "angehängt" waren, wurde die Neurochirurgie erst 1964 ein eigenes Fach und erhielt damals eine Lehrstuhl an der MedUni Wien. Ab 1977 wurde der Neubau einer neurochirurgischen Abteilung am Wiener AKH beim Währinger Gürtel geplant. 1984 wurde das "neue" Haus eröffnet.

Die Therapie von krank machenden Gefäßprozessen im Gehirn, die Beseitigung von gefährlichen Gefäßaussackungen (Aneurysmen) in Gehirngefäßen, die Entdeckung von bösartigen Tumoren mit Fluoreszenzmethoden, die Anwendung modernster bildgebender Verfahren und viele andere Methoden haben den Fachbereich revolutioniert. "Die neueste, vielversprechende Weiterentwicklung in Richtung minimalinvasiver Chirurgie ist der Einsatz von Robotern bei bestimmten Indikationen der Neurochirurgie. Damit können Ziele im Submillimeterbereich erreicht und operiert werden", stellte Knosp fest.

Die Entwicklung geht in Richtung minimal-invasiver Eingriffe. Große Bedeutung hat auch die online-elektrophysiologische Überwachung von Patienten während der Operation. Damit kann schon während des Eingriffes sichergestellt werden, dass die Operation keinen Schaden anrichtet. An der Wiener Klinik befindet sich auch die einzige neurochirurgische Intensivstation Österreichs. Auch das ist ein Grund dafür, warum im Wiener AKH besonders in Wien besonders komplizierte neurochirurgische Eingriffe durchgeführt werden.

Gefeiert wird mit einer wissenschaftlichen Sitzung der österreichischen Neurochirurgen und von WANS im Leopold Museum (9. und 10. Oktober). Das Hauptthema sind Meningeome, das sind zumeist gutartige Tumore, die aus der Gehirnhaut hervorgehen. Am Samstag findet im Billrothhaus dann das alle zwei Jahre abgehaltene Meeting der Welt-Akademie der Neurochirurgen statt.

apa.at

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