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APA-Artikel 6. Oktober 2014

Sterbehilfe - Bioethikkommission gründete Arbeitsgruppe

Parallel zur parlamentarischen Enquetekommission beschäftigt sich auch die beim Bundeskanzleramt angesiedelte Bioethikkommission mit dem Thema Sterbehilfe. Man arbeite dabei in einer "gewissen leger verzahnten Parallelität" zusammen, sagte Vorsitzende Christiane Druml bei einem Hintergrundgespräch vor einer öffentlichen Sitzung am Montag. Ergebnisse werden bereits für Jahresende erwartet.

"Wir haben im Rahmen des Regierungsprogramm das Mandat bekommen, uns zum Thema 'Sterben in Würde' zu äußern", erklärte Druml. Dafür wurde eigens eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Mediziners Andreas Valentin eingerichtet. "Wir sind ein bisschen schneller als die Enquetekommission", erwartet sich Druml rasch Ergebnisse, die in ein Abschlussdokument einfließen sollen. Dennoch arbeite man eng mit der parlamentarischen Enquetekommission unter dem Vorsitz der ÖVP-Abgeordneten Gertrude Aubauer zusammen.

Laut Valentin geht es im ersten Schritt an eine Statuserhebung zur Situation der Palliativmedizin in Österreich: "Wie wird unter welchen Umständen in Österreich gestorben?" Daraus werden sich schließlich Empfehlungen unter anderem an den Gesetzgeber ergeben." Laut Valentin liegt derzeit ein "völlig falscher Fokus" auf der Frage nach einer verfassungsrechtlichen Verankerung des Sterbehilfeverbots. Der Mediziner verwies darauf, dass dies ohnedies schon in einfachen Gesetzen geregelt sei.

Aber auch am Wort "Sterbehilfe" stößt sich Valentin. "Das Beste wäre, diesen Begriff überhaupt fallen zu lassen", wünscht er sich, handle es sich doch in vielen Fällen eher um ein "Zulassen und Begleiten des Sterbens". Bei vielen Ärzten herrsche zudem Unsicherheit, wie sie überhaupt in solchen Fällen vorgehen dürfen. Auch Gian Domenico Borasio, Palliativmediziner und Buchautor, fordert ein Umdenken. "Was man machen muss ist, das Therapieziel zu verändern", schlug er vor und fordert zudem die Einführung der Palliativmedizin als Pflichtfach während des Medizinstudiums.

Christiane Woopen, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, berichtete von ähnlichen Entwicklungen im Nachbarland. Auch dort habe man empfohlen, die Begriffe aktive und passive Sterbhilfe hinter sich zu lassen. Zudem dürfe sich die Diskussion nicht auf Menschen beschränken, die bereits an ihrem "Lebensende" bzw. im Sterbeprozess angelangt sind, erinnerte sie. Auch andere Personen würden den Wunsch äußern, zu sterben.

apa.at

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