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APA-Artikel 30. September 2014

MERS-Erkrankung - Gesundheitszustand von Patientin kritisch

Der Zustand jener Patientin, die wegen einer MERS-Erkrankung in die Isolierstation einer auf Infektionserkrankungen spezialisierten Wiener Krankenhausabteilung aufgenommen wurde, war Dienstagnachmittag unverändert kritisch. "Die Patientin spricht aber auf die Therapie an und befindet sich auf dem Weg in Richtung Stabilisierung", sagte eine Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes der APA.

Es handelt sich um den ersten Fall einer Erkrankung durch das seit 2012 vor allem im Nahen Osten aufgetauchten MERS-Virus ("Middle Eastern Respiratory Syndrome Coronavirus" (MERS-CoV) in Österreich.

In der Zwischenzeit sind jene Menschen, die mit der MERS-Patientin Kontakt hatten, über die Erkrankung der Frau informiert worden. Sollten in den kommenden zwei Wochen bei den Betroffenen Symptome wie etwa Fieber auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Das gab die Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Pamela Rendi-Wagner, nach einer Sitzung bekannt.

Im Gesundheitsministerium fand Dienstagvormittag ein Treffen von Experten statt, um die zu ergreifenden Maßnahmen rund um den MERS-Fall zu koordinieren und ein Informationsupdate des Falles zu haben. Die Frau war vor einigen Tagen mit dem Flugzeug aus Saudi-Arabien nach Wien gekommen, hatte aber nach Angaben Rendi-Wagners im Flugzeug noch keine Beschwerden. Dennoch müssten auch die mitreisenden Passagiere über den Krankheitsfall informiert werden.

Deshalb nahmen an der Sitzung nicht nur Vertreter des Gesundheitsministeriums und Spezialisten vom Department für Virologie der MedUni Wien, der Wiener und niederösterreichischen Landessanitätsdirektion und des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) daran teil, sondern auch Vertreter des Verkehrs- und Außenministeriums. Die erkrankte Frau, die mittleren Alters sein soll, war laut KAV am Sonntag wegen der MERS-Erkrankung in die Isolierstation der auf Infektionserkrankungen spezialisierten Wiener Krankenhausabteilung im Kaiser Franz Josef-Spital aufgenommen worden.

Die Frau wurde gezielt auf die Erkrankung getestet, so Rendi-Wagner, da bei ihr nicht nur die Krankheitssymptome auftraten, sondern auch die Reiseanamnese bestand. Für die allgemeine Bevölkerung, die mit der Patientin keinen Kontakt hatte, sei die Gefahr einer Ansteckung äußerst gering, meinte Rendi-Wagner. "Nur der symptomatische Patient ist ansteckend", sagte die Expertin. Zudem wurden die europäische sowie die internationale Meldestelle von Infektionskrankheiten - "Early warning and response system" (EWRS) und "International Health Regulations "(IHR) - informiert.

Bisher traten die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Frühjahr dieses Jahres rund 800 registrierten MERS-Erkrankungen, die vor allem durch schwerste Lungenentzündungen und Komplikationen charakterisiert sind, vor allem in Saudi-Arabien, Jordanien, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Die Krankheit wurde aber auch in andere Staaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien, Großbritannien) "exportiert".

Obwohl der Großteil der Fälle vermutlich eine tierische Infektionsquelle hat, wurden auch limitierte Mensch-zu-Mensch Übertragungen in Saudi-Arabien, Jordanien, Katar und Großbritannien beobachtet. Eine Reihe von Studien ließen es immer wahrscheinlicher erscheinen, dass Dromedare als großes tierisches Reservoir für dieses Virus dienten. Es sei möglicherweise auch in Afrika weitverbreitet, schrieben die Spezialisten vom Department für Virologie der MedUni Wien zu dem Thema.

apa.at

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