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APA-Artikel 30. September 2014

COPD-Patienten teilweise schlecht versorgt

Patienten, die mit einer plötzlichen Verschlechterung ihrer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ins Spital kommen, werden teilweise insuffizient versorgt. Notwendige Untersuchungen werden nicht immer durchgeführt, nach dem Krankenhausaufenthalt fehlt in Österreich eine ambulante Rehabilitation. Dies erklärten am Dienstag Lungenspezialisten bei einer Pressekonferenz in Wien.

In den kommenden Tagen (2. bis 4. Oktober) findet in Salzburg der Jahreskongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG) statt. Heiß diskutiert werden dürfte dort eine in 13 Staaten Europas, auch in Österreich, durchgeführte Audit-Untersuchung über die Qualität der Versorgung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung. Es wurden dabei die Daten von rund 16.000 Erkrankten erhoben und analysiert. Auch 26 Kliniken in Österreich nahmen daran teil.

Die Wiener Pneumologin Sylvia Hartl dazu: "COPD-Patienten mit einer akuten Verschlechterung ihres Zustandsbildes haben mit einer Mortalität von elf Prozent binnen 90 Tagen gegenüber Herzinfarktpatienten das doppelte Sterberisiko." An sich sollte bei einem solchen COPD-Exazerbationsverdacht schon in bei der Notfallaufnahme eine Blutgasanalyse durchgeführt werden. Doch in Europa erfolgt dies bei 17 Prozent der Patienten nicht, in Österreich liegt die Schwankungsbreite zwischen hundert und 40 Prozent. "In Österreich kommen nur 50 Prozent dieser Patienten auf eine Intensivstation", so die Expertin. Darüber hinaus fehlten die Einrichtungen zur nicht-invasiven Beatmung solcher COPD-Kranker. Das reicht oft aus, ein Aufenthalt in der Intensivstation kann dann verhindert werden.

Ein zweites Negativum besteht hier in der offenbar schlechten Nachbetreuung. "In Europa werden 35 Prozent der Patienten nach einer Spitalsaufnahme wegen einer COPD-Exazerbation binnen 90 Tagen erneut ins Krankenhaus aufgenommen, in Österreich sind es 38 Prozent."

In dieses Bild passt auch die Fast-Nichtexistenz von ambulanten Rehabilitationseinrichtungen für COPD-Patienten in Österreich. Pneumologe Martin Trinker (Klinikum Bad Gleichenberg) sagte dazu: "Wir haben in Österreich 400.000 diagnostizierte COPD-Patienten (behandlungsbedürftiges Stadium II bis IV; Anm.) und gehen von einer Dunkelziffer von 800.000 Patienten aus. Pro Jahr werden rund 25.000 Betroffene ins Spital aufgenommen. 2010 hatten wir 2.744 Patienten Rehabilitation, nur sechs Prozent davon ambulant." Hier fehlt es vor allem an den Kassenverträgen. In der Schweiz erfolgen hingegen nur sechs Prozent der Lungen-Rehab-Betreuungen stationär, 77 Prozent ambulant und 17 Prozent gemischt.

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit, so Trinker, sieht für das Jahr 2020 rund 7.500 Patienten in stationärer Pulmonal-Rehabilitation vor, hinzu sollten knapp 600 Betroffene kommen, welche ambulante Rehabilitation bekommen. Wie das bei ein potenziell zehntausenden Kranken mit schwerer COPD und Spitalsaufnahmen ausreichen soll, ist fraglich.

apa.at

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