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APA-Artikel 26. September 2014

Kärntner Spitalsärzte 2 - Versorgungsengpässe drohen

Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel kündigte gegenüber der APA Versorgungsengpässe an, falls die Kärntner Spitalsärzte ihre Drohung wahr machen und ab Jänner maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten. Probleme werde es dann etwa auf der Herz-Thorax-Chirurgie oder auf der Pulmologie geben. Es sei unmöglich, bis Jahresende 75 neue Ärzte anzustellen. "In manchen Bereichen gibt es einen Fachärztemangel."

Gabriel appellierte an die Ärzte: "Im Mittelpunkt aller Überlegungen muss der Patient stehen." Angesprochen auf eine Herzchirurgin, die vor Journalisten angab, für eine dreistündige Herz-OP nicht viel mehr als 50 Euro zu bekommen sagte Gabriel: "Diese Zahlen sind für mich nicht nachvollziehbar, das sind populistische Methoden. Man sollte bei Gehaltsverhandlungen alles auf den Tisch legen und keine Zahlen kolportieren, die so nicht stimmen können." In Summe verdiene der durchschnittliche Oberarzt 5.000 Euro netto, auch wenn das Brutto-Grundgehalt bei gut 4.000 Euro liegt. Ein Assistenzarzt verdiene durchschnittlich 3.200 Euro netto.

Ärzte bekommen nämlich zum Grundgehalt Zulagen, Sonderklasse- und Arztgebühren und natürlich die Überstunden samt Zuschlägen. Im Bundesländervergleich liege Kärnten, wenn man nicht nur das Grundgehalt sondern auch die Zulagen, die in den Ländern unterschiedlich geregelt sind, betrachtet, im Mittelfeld. "Ich habe immer signalisiert, ich bin für Vorschläge offen. Alles, was die Arbeitsbedingungen verbessert und im Budgetrahmen realisierbar ist, da bin ich zu Gesprächen bereit." Eine Gehaltserhöhung sei von ihm aus aber nicht bewerkstelligbar, sagte Gabriel. "Das ist eine politische Frage."

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), in der Regierung für das Personalressort und damit die Gehaltsforderungen der Ärzte zuständig, sagte am Donnerstag, dass er zunächst selbst die Standpunkte der Ärzte hören möchte. Er machte das Angebot zu einem ersten Gesprächstermin am Montagnachmittag, an dem er selbst, Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) und Kabeg-Vorstand Gabriel teilnehmen könnten. Gehaltsforderungen nach einem Plus von 25 bis 30 Prozent bezeichnete Kaiser als "eher unüblich". Für ihn passe es auch nicht zusammen, dass die Ärzte einerseits weniger Überstunden fordern und andererseits die Möglichkeit zu unbeschränkten Nebenbeschäftigungen haben wollen.

Auf Ablehnung stießen die Ärzte bei Prettner. Diese erklärte in einer Aussendung: "Eine Anhebung der Gehälter bei gleichzeitiger Verringerung der Arbeitszeit sei derzeit ein unrealistisches Szenario." Kärnten liege bei der finanziellen Abgeltung der Spitalsärzte schon jetzt im österreichischen Spitzenfeld. Die Gesundheitsreferentin lehnt auch die Forderung nach unbeschränkten Nebenbeschäftigungen ab. Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) unterstützte die Forderung der Ärzte nach mehr Geld und kürzeren Arbeitszeiten in einer Aussendung.

apa.at

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