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APA-Artikel 25. September 2014

CH: Zürcher Gesundheitsdirektor: "Ungerechtfertigter Anstieg"

Der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) beurteilt den durchschnittlichen Prämienanstieg im Kanton als ungerechtfertigt. Er fordert eine Prämienverringerung für die Jahre 2016 und 2017, wie es in einer Stellungnahme der Gesundheitsdirektion heisst.

Mit 4,5 bis 4,7 Prozent steigen die Prämien für Erwachsene, junge Erwachsene und Kinder stärker an als im Schweizer Durchschnitt mit 3,8 bis 4,4 Prozent. Einmal mehr werde der Grundsatz "die Prämien folgen den Kosten" missachtet, heisst es in der Mitteilung. Zum wiederholten Mal würden für die Versicherten im Kanton Zürich "systematisch zu hohe Prämien" festgelegt.

Die Steigerung sei "nicht nachvollziehbar" und ungerechtfertigt. Die Krankenkassen rechneten mit einem Kostenwachstum von 2,3 Prozent pro Versichertem. Die Prämien dagegen würden um beinahe das Doppelte erhöht. Im Kanton Zürich bestehe "kein Prämiennachholbedarf" und die Versicherer verfügten über "hohe Prämienreserven aus den letzten Jahren".

Die aktuellsten Zahlen des BAG-Monitorings der Kostenentwicklung bei der Krankenversicherung zeigten zudem ein unterdurchschnittliches Kostenwachstum für den Kanton Zürich. Die Durchschnittskosten pro Versicherten seien hier im laufenden Jahr gleich geblieben wie 2013 - schweizweit seien sie um 2 Prozent gestiegen. Ein unterdurchschnittliches Zürcher Wachstum werde auch prognostiziert.

Schon vor einem Monat habe die Gesundheitsdirektion im Rahmen der Stellungnahme zu den Prämienanträgen beim BAG auf diese Umstände hingewiesen. Man habe eine Korrektur der von den Versicherern beantragten Prämien "auf ein korrektes Mass" verlangt. Nun sei die Prämiensteigerung noch höher ausgefallen als beantragt.

Das Prämiengenehmigungsverfahren bleibe demnach "ein rein formalisierter Prozess", bei dem die "Kantone zwar angehört, aber nicht gehört" würden. Die Gesundheitsdirektion erwarte, dass sich die vergleichsweise moderate Kostenentwicklung in den künftigen Prämien niederschlage und die Prämien reduziert würden.

apa.at

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