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APA-Artikel 25. September 2014

CH: Folge steigender Gesundheitskosten: Prämien steigen um 4 Prozent

Immer höhere Gesundheitskosten, immer höhere Prämien: Versicherte müssen auch im kommenden Jahr für die Krankenkassen tiefer ins Portemonnaie greifen. Der Anstieg beträgt durchschnittlich 4 Prozent oder fast 16 Franken pro Person. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

"So lange die Gesundheitskosten steigen, steigen auch die Prämien", sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag vor den Medien in Bern. "Die Entwicklung wird so weitergehen." Nach moderaten Anstiegen zwischen 1,5 und 2,2 Prozent in den vergangenen drei Jahren schlagen die Prämien 2015 wieder stärker an.

"Die Schätzungen der Krankenkassen zeigen, dass die Kosten im nächsten Jahr um rund 4 Prozent steigen werden", sagte Berset. Dies bedeute einen Anstieg der Prämien im selben Ausmass. Das System verlange dies. Würden die Kosten nicht auf die Versicherten überwälzt, komme es früher oder später zu einem Prämienschock.

Die Prämien für Erwachsene steigen um durchschnittlich 4 Prozent, diejenigen für Jugendliche um 4,4 und die Kinderprämien um 3,8 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren betrug der Prämienanstieg im Durchschnitt 3,6 Prozent, seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahre 1996 4,7 Prozent.

Die kantonalen Unterschiede sind auch im nächsten Jahr gross: Die Kantone Nid- und Obwalden verzeichnen den höchsten Prämienanstieg über alle Altersklassen hinweg. In Nidwalden steigen die Prämien für Erwachsene mit einer Franchise von 300 Franken und Unfalldeckung um 6,8 und die Prämien für Jugendliche um 8,1 Prozent.

Allerdings gehören die beiden Innerschweizer Kantone mit Prämien von durchschnittlich 329 beziehungsweise 345 Franken im Monat für Erwachsene zu den fünf Kantonen mit den tiefsten Prämien überhaupt. Die allertiefsten Prämien bezahlen die Appenzell Innerrhoder - und zwar von jung bis alt.

Am moderatesten ist der Sprung im Kanton Bern, wo die Prämien für Erwachsene um 2,7 Prozent ansteigen. Hier beträgt die Prämienlast jedoch bereits 438 Franken pro Monat. Am höchsten sind die Prämien für Erwachsene in Basel-Stadt mit 533 Franken und Genf mit 500 Franken.

Unterdurchschnittliche Prämienerhöhungen verzeichnen neben dem Kanton Bern die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Freiburg, Genf, Jura, Tessin, Waadt, Wallis und Zug. Neben den Nid- und Obwaldern müssen die Versicherten der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Neuenburg, Basel-Landschaft und Solothurn einen Prämienzuwachs von über 5 Prozent gewärtigen.

Immer teurer werden auch die Prämien für Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren. Mit 4,4 Prozent oder 16 Franken pro Monat steigen ihre Prämien dieses Jahr wiederum stärker an als die Prämien für Erwachsene. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass ein hoher Anteil dieser Prämiengelder in den Risikoausgleich fliessen, weshalb die Versicherer Rabatte für die Jungen kürzen.

Bei den Kinderprämien liegt der Anstieg bei 3,8 Prozent oder 3,50 Franken pro Kind und Monat. Dies nachdem sie 2013 um 1,4 Prozent sanken und 2014 um 2,4 Prozent anstiegen.

Gesundheitsminister Berset nannte drei Hauptgründe für den neuerlichen Prämienanstieg: "Die Leute werden generell älter, die Baby-Boom-Generation kommt in ein Alter, in der sie höhere Gesundheitskosten verursacht, und der technische Fortschritt in der Medizin kostet viel Geld."

Die hohe Qualität des Schweizer Gesundheitswesens habe ihren Preis. Die Situation der Patienten werde medizinisch laufend verbessert. Berset nannte die Entwicklung neuer Krebsmedikamente als Beispiel: "Wir haben in diesem Bereich viel bessere Arzneimittel als noch vor zehn Jahren - diese kosten aber auch zehn Mal mehr."

Berset versicherte, der Bundesrat unternehme alles, um die Gesundheitskosten zu senken. Er ergänzte aber - ohne Namen zu nennen -, dass die ideologische Diskussion mit vielen Akteuren die Suche nach Lösungen erschwere.

Trotzdem wirkten sich erste Massnahmen positiv aus: Vor allem im ambulanten Bereich sei mit der Zulassungssteuerung ein kostendämpfendes Instrument wiedereingeführt worden. Mit der vom Bundesrat vorgeschlagenen längerfristigen Lösung sollen die Kantone künftig die Möglichkeit haben, differenzierte Massnahmen zu ergreifen, um eine Über- und Unterversorgung auf ihrem Gebiet zu vermeiden.

Auch bei einem anderen grossen Kostenblock, den Medikamenten, seien bereits Massnahmen in Kraft. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte in den vergangenen zwei Jahren die Preise von rund 1000 Arzneimitteln gesenkt und so Einsparungen von rund 200 Millionen Franken pro Jahr erzielt. Die nächste Überprüfungsrunde werde im November 2014 wirksam. Insgesamt resultieren ab 2015 Einsparungen von mindestens 600 Millionen Franken pro Jahr.

apa.at

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