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APA-Artikel 24. September 2014

Ärzteausbildung - Für Ärztekammer ein "großes Werk"

Die vom Ministerrat beschlossene neue Ärzteausbildung stößt auch bei der Ärztekammer auf Zustimmung. Präsident Artur Wechselberger sprach am Mittwoch in einer Pressekonferenz von einem "großen Werk". Einen Vertrauensvorschuss gab er auch der neuen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) und dem voraussichtlichen neuen Chef im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald.

Die neue Ärzteausbildung sieht nach dem Studium eine neunmonatige Basisausbildung vor, danach folgt eine allgemeinärztliche oder fachärztliche Ausbildung. In der Facharztausbildung ist eine mindestens 27-monatige Grundausbildung und dann eine mindestens ebenso lange Schwerpunkt-Ausbildung vorgesehen. Die Ausbildung zum Allgemeinmediziner sieht nach einer 27-monatigen Spitalspraxis eine verpflichtende Lehrpraxis vor.

Für Wechselberger entspricht dieses neue Ausbildungsmodell zwar nicht in allen Punkten seinen Idealvorstellungen, er sieht darin aber trotzdem eine "große Chance" und ein "großes Werk". Bei der Lehrpraxis hätte sich der Ärztekammer-Präsident eine sofortige Dauer von einem Jahr gewünscht statt des jetzt vorgesehenen Starts mit sechs Monaten und der dann schrittweisen Verlängerung auf zwölf Monate. Die Richtung stimme aber, meinte Wechselberger. Für problematisch hält er jedoch die noch nicht ganz geklärte Finanzierung der Lehrpraxis. Gewünscht hätte er sich auch nicht nur eine allgemeinmedizinische Ausbildung, sondern auch den formalen Facharzt für Allgemeinmedizin, den es in vielen anderen Ländern gebe. Positiv vermerkte Wechselberger, dass eine Ausbildungsstelle künftig nur für sieben Jahre genehmigt und dann rezertifiziert werden müsse.

Im Zusammenhang mit der vor dem Sommer vereinbarten neuen Primärversorgung äußerte Wechselberger die Sorge vor zu wenig Anbietern im niedergelassenen Bereich. Er bekräftigte seine Forderung nach mehr Kassenstellen, um die Spitäler und Ambulanzen entlasten zu können. Wichtig ist ihm dabei vor allem eine bessere Vernetzung der bestehenden Einrichtungen. Es müsse ein System geschaffen werden, in dem alle Ärzte und die Vertreter von nichtärztlichen Gesundheits- und Sozialberufen in einem "gemeinsam Geist" zusammenarbeiten.

Der neuen Gesundheitsministerin Oberhauser attestierte Wechselberger eine "hohe Fachkompetenz" und "politische Erfahrung". Sie habe auch den großen Vorteil, dass sie die Arbeit an den vorbereiteten Projekten des Ministeriums nahtlos fortsetzen könne, wie etwa bei der neuen Ärzteausbildung. Auch im voraussichtlichen neuen Vorsitzenden im Hauptverband, Peter McDonald, sieht der Ärztekammer-Präsident eine Persönlichkeit, die auf sachlicher Ebene partnerschaftliche Lösungen suche. Dass McDonald von der Wirtschaft kommt und von der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) auch Erfahrung in der Sozialversicherung mitbringt, begrüßt Wechselberger. Er erwartet sich nun Impulse zur raschen Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Ärzte um einem Ärztemangel entgegentreten zu können.

apa.at

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