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APA-Artikel 22. September 2014

Kärntner Spitalsärzte legen am Donnerstag die Arbeit nieder

Der Zentralbetriebsrat der Kärntner Landeskrankenanstalten (Kabeg) hat die knapp 900 Ärzte der fünf Kabeg-Krankenhäuser für Donnerstag zu Betriebsversammlungen eingeladen. Das berichtete die Tageszeitung "Österreich" am Sonntag. Arnold Auer, Vorsitzender des Zentralbetriebsrats, sagte zur APA, Verhandlungen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und Einkommen hätten bisher nichts gebracht.

"Es gibt permanente Steigerungen beim Arbeitsaufkommen, allein heuer haben wir acht Prozent mehr ambulante Patienten", sagte Auer. Durchschnittlich würden die Ärzte 60 Stunden pro Woche arbeiten. Nach einer Gesetzesnovelle dürfen ab Jänner nur mehr maximal 48 Stunden pro Woche geleistet werden. Auer: "Um die Stundenlücke zu füllen, bräuchte ich entsprechend mehr Ärzte. Die werde ich aber nicht bekommen, weil es die am Markt nicht gibt."

Das nächste Problem für die Ärzte ist, dass 30 bis 40 Prozent der derzeitigen Einkommen aus Überstunden kommen. Wenn wesentlich weniger Stunden geleistet werden, werden die Einkommen entsprechend schrumpfen, was der Betriebsrat verhindern möchte. Daher will Auer auch eine Anpassung des Grundlohns. Mit den Betriebsversammlungen soll also nicht nur auf das Kabeg-Management, sondern auch auf die Landespolitik - Gesundheitsreferentin Beate Prettner und Landeshauptmann Peter Kaiser als Personalreferent (beide SPÖ) - Druck ausgeübt werden.

Die Betriebsversammlungen starten um 8.30 Uhr und dauern etwa bis Mittag. In der Zeit werden nur Journaldienste gemacht, die notwendige Versorgung bleibt ähnlich wie an Wochenenden aufrecht. "Für den Patienten kommt es zu keiner Einschränkung", sagte Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel zur APA.

Gabriel will zunächst abwarten, was bei den Betriebsverhandlungen herauskommt. Er betonte, dass in Sachen Arbeitsbedingungen schon viel passiert sei. "Einige Maßnahmen wurden schon ergriffen, aber es ist ein Prozess." Aus seiner Sicht geht es den Ärzten in erster Linie um die Gehälter. Da sei aber letztlich der Landtag verantwortlich. "Man müsste den Spitälern einen anderen finanziellen Rahmen geben." Dann wäre es auch möglich, 75 neue Ärzte einzustellen, um die Reduktion auf 48 Wochenstunden auszugleichen. Mit Neuanstellungen will Gabriel aber ohnehin noch abwarten. Denn das derzeit in Begutachtung befindliche Arbeitszeitgesetz für Ärzte sieht einen Übergangskorridor bis ins Jahr 2021 vor, in der die Ärzte nach eigenem Wunsch Überstunden wie bisher leisten können.

apa.at

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