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APA-Artikel 9. September 2014

40 Prozent mehr Platz für Uni, Unispital und ETH im Zürcher Zentrum

Das Universitätsspital, die Universität und die ETH können ihre Ausbaupläne im Gebiet um ihre Hauptgebäude im Zürcher Stadtzentrum weitgehend im Umfang ihrer Wünsche ausbauen. Der Masterplan 2014 zeigt, dass die heute genutzten Flächen um rund 40 Prozent erweitert werden können.

Die Erweiterung entspricht etwa neun Mal der Nutzfläche des Uni-Hauptgebäudes, wie Stadtrat und Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) an einer Medienorientierung am Montag sagte. Entstehen sollen die Neu- und Erweiterungsbauten in den nächsten rund drei Jahrzehnten etappenweise.

Mehr Studierende, mehr Patientinnen und Patienten und mehr Mitarbeitende haben die bestehende Infrastruktur im Hochschulgebiet "Zentrum Zürich" an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht, wie Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) sagte. Und zahlreiche ältere Gebäude erfüllten die Ansprüche an eine moderne Infrastruktur nicht mehr.

Der Masterplan 2014 und zwei Vertiefungsstudien zeigen auf, wie das Hochschulquartier weiterentwickelt werden kann. Der Masterplan veranschaulicht, wo Neubaubereiche und künftige Nutzungsschwerpunkte für Lehre, Forschung und medizinische Versorgung möglich sind.

In den zusätzlichen Studien wird laut Baudirektor Markus Kägi (SVP) dargelegt, dass das Flächenprogramm städtebaulich verträglich umgesetzt werden kann. Grünflächen und Freiräume würden erweitert: Der Spitalpark werde - durch den Wegfall eines Parkplatzes - auch aufgewertet.

Im Sinne einer gemeinsamen Absichtserklärung haben Regierungsrat, Stadtrat sowie Universität (UZH), ETH und Unispital (USZ) den Masterplan 2014 und die Vertiefungsstudien genehmigt. Bis Ende 2015 sollen der kantonale Richtplan revidiert und die Gestaltungspläne erarbeitet werden.

Der Masterplan schafft durch drei räumliche Entwicklungsschwerpunkte eine klare Ordung: Die Lehre wird im Einzugsbereich der beiden Hauptgebäude von Universität und ETH konzentriert und die medizinische Versorgung im Umkreis des Unispitals. Die Forschung wird entlang eines neuen Campus-Boulevards angeordnet.

Die Universität, die heute laut Rektor Michael Hengartner "aus allen Nähten platzt", will sich künftig auf die Standorte Zentrum und Irchel konzentrieren und soll den universitären Betrieb damit effizienter und günstiger machen. Im Zentrum-Campus versammelt werden Medizin, Theologie sowie Wirtschafts-, Rechts- und Geisteswissenschaften.

Die Mietliegenschaften ausserhalb des Quartiers und vor allem jene in Zürich-Oerlikon und Schlieren würden künftig nicht mehr benötigt, sagte Hengartner. In den nächsten 20 Jahren plant die Universität Investitionen von über drei Milliarden Franken. Die ersten Bauten sollen zwischen 2020 und 2025 bezogen werden.

Das Universitätsspital, das in den letzten 20 Jahren kaum noch erweitert wurde, muss umfassend - für rund 2,8 Milliarden Franken - erneuert werden. Viele Gebäude würden den technischen Anforderungen an eine moderne Medizin kaum mehr gerecht. Zudem werden Effizienzverluste durch die Verzettelung auf verschiedene Liegenschaften oder gar Areale beklagt.

Durch die Gesamterneuerung am bisherigen Standort bleibt laut Spitaldirektorin Rita Ziegler ein grosser Vorteil beibehalten, um den das USZ von vielen Spitälern beneidet werde: die räumliche Nähe zu zwei Hochschulen. Diese enge Zusammenarbeit bezeichnete auch ETH-Präsident Ralph Eichler als "matchentscheidend". Der Verbund von USZ, UZH und ETH sei "weltweit einzigartig".

Die neuen Flächen der ETH liegen im "Forschungsgürtel" entlang der "Neuen Sternwartstrasse", einem 470 Meter langen und 22 Meter breiten Boulevard durch das Hochschulareal. ETH und Universitätsspital haben dafür einen Grundstück-Abtausch vereinbart.

Die öffentliche Auflage für die Teilrevision des kantonalen Richtplans ist der nächste Schritt. Sie beginnt am Freitag und dauert zwei Monate. Parallel dazu startet die Ausarbeitung eines Umweltverträglichkeitsberichts und der kantonalen Gestaltungspläne, die dann die baurechtliche Grundlage für die Baubewilligungen durch die Stadt Zürich sind.

apa.at

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