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APA-Artikel 8. September 2014

Neuer Anlauf für Prozess um Tod des Schönheitschirurgen Franz Gsell

Der Tod des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell ist auch nach mehr als zehn Jahren ungeklärt. Nun gibt es erneut einen Prozess gegen zwei Männer. Vor rund eineinhalb Jahren platzte das Verfahren schon vor Beginn.

Die Umstände des Todes des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell vor mehr als zehn Jahren sollen von diesem Dienstag an vor Gericht aufgerollt werden. Im vergangenen Jahr war das Verfahren geplatzt, weil einer der Angeklagten nicht einmal zu dem Prozess geladen werden konnte.

Diesmal könnte der Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth auch tatsächlich zustande kommen: Zumindest einer der beiden 38 und 45 Jahre alten Angeklagten werde sicher erscheinen, denn er befinde sich gerade in Auslieferungshaft von Frankreich nach Deutschland, sagte eine Justizsprecherin. Auch dem anderen Mann konnte die Ladung zugestellt werden. Ob auch er vor Gericht erscheint, bleibe abzuwarten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern schweren Raub und gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vor. Am 5. Januar 2003 sollen die Angeklagten maskiert und mindestens mit einem Beil bewaffnet in das Wohnhaus von Franz Gsell eingedrungen sein. Sie sollen Geld gefordert und den 76 Jahre alten Promi-Chirurgen mehrmals geschlagen haben. Dann ließen sie ihn laut Anklage gefesselt und verletzt zurück und flohen mit mindestens 5000 Euro und wertvollem Schmuck. Der Mediziner starb zwei Monate später an seinen schweren Verletzungen.

Anfangs gingen die Ermittler von einem Zusammenhang mit einem Versicherungsbetrug aus. Gsells junge Witwe Tatjana wurde später auch wegen Versicherungsbetrugs verurteilt. Sie war an dem Plan beteiligt, einer Autoschieberbande die wertvolle Limousine des Paars zum Verkauf in Osteuropa zu überlassen und zugleich die Versicherungsprämie wegen Diebstahls zu kassieren. Eine Beteiligung am Tod ihres Mannes konnte aber weder Tatjana Gsell noch den Autoschiebern nachgewiesen werden.

Später entdeckten Polizisten bei einem Einbruch in Dänemark die gleichen DNA-Spuren wie am Nürnberger Tatort. Daraufhin kamen zwei Rumänen in Franken in Untersuchungshaft. Weil das Verfahren jedoch zu lange dauerte, mussten sie Anfang 2012 wieder freigelassen werden.

apa.at

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