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APA-Artikel 2. September 2014

Spitäler: Ältere Ärzteschaft zunehmend belastet

Das Durchschnittsalter der österreichischen Spitalsärztinnen und -ärzte steigt: Mehr als die Hälfte ist über 40 Jahre und älter, der medizinische Nachwuchs fehlt in manchen Häusern bereits oder kann sich nicht vorstellen, bis zur Pensionierung im Spital zu arbeiten. Wachsende Belastungen, fehlende Karrieremöglichkeiten und der Mangel an flexiblen Arbeitszeitmodellen mindere die Motivation, dauerhaft im Spitalsbetrieb zu verbleiben. Die sich nach oben verschiebende Alterspyramide erzeuge zusätzlich organisatorischen und personellen Handlungsbedarf. Die zu erwartende Pensionierungswelle in Kombination mit zunehmender Abwanderung jüngerer Medizinerinnen und Mediziner führe zu einem Ärztemangel, der sich bereits manifestiere, warnte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Dienstag in einer Aussendung. Die Lösungen für die anstehenden Problembereiche habe die Bundeskurie in einem Konzept festgehalten, das unter anderem altersspezifische Karriere- und Arbeitszeitmodelle vorsehe, aber auch eine nachhaltige Entlastung älterer Spitalsärztinnen und -ärzte.

"Wir wissen aus einer Umfrage, dass sich schon jetzt zwei von drei Ärzten nicht mehr vorstellen können, ihre berufliche Zukunft langfristig im Spital anzusiedeln. Jüngere Kolleginnen und Kollegen wandern aus, weil die Arbeitsbedingungen andernorts besser sind, ältere Ärztinnen und Ärzte müssen auch mit über 50 Jahren noch Nachtdienste leisten. Die Arbeitszeitmodelle sind einfach nicht mehr zeitgemäß", führte Mayer aus. Zu viel Arbeit bei zu wenig Personal bedeute speziell für die ältere Ärzteschaft eine enorme Belastung, Marathondienste in der Nacht und am Wochenende würden langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen. "Viele steigen aus, weil sie den Druck nicht mehr aushalten. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Worüber noch kaum diskutiert wird, ist der Umstand, dass durch den Abgang erfahrener Ärzte wertvolles Wissen verloren geht, das nicht mehr an die nachfolgende Generation weitergereicht wird", sagte der Kurienobmann.

Zusätzliches Personal könne zwar zur Entlastung beitragen, müsse aber erst einmal gefunden werden, denn: "Die Bedingungen, die die jungen Kolleginnen und Kollegen vorfinden, sind ja schon jetzt nicht immer rosig und schrecken viele ab." Man könne folglich nicht nur an einem Rad drehen, sondern müsse die gesamte Gesundheitsversorgung neu strukturieren. Diese Probleme ließen sich durch die Umsetzung des kürzlich präsentierten Konzeptes "Spitalsarzt /Spitalsärztin 2025" lösen, so Mayer abschließend. (slv)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162/aom

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