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APA-Artikel 27. August 2014

D: Kassen verärgern Ärzte mit Forderung nach Mediziner-Ranking

Die Krankenkassen haben mit der Forderung nach einem Qualitäts-Ranking niedergelassener Ärzte massive Verärgerung unter den Medizinern ausgelöst. Die "Bild"-Zeitung (Dienstag) berichtete auf Grundlage eines Positionspapiers des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Kassen wollten Ranking-Listen von den besten Ärzten veröffentlichen.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, warf den Krankenkassen daraufhin "Allmachtsfantasien" vor. "Patienten wissen sehr gut, was sie an ihren Ärzten haben", erklärte Gassen am Dienstag. Sie könnten selbst entscheiden und bräuchten keine Listen ihrer Krankenkassen.

Der Spitzenverband GKV erläuterte am Dienstag: "Patienten sollen künftig eine Chance haben, sich vorab zu informieren, in welcher Praxis die Behandlungsqualität eines niedergelassenen Arztes gut ist und wo noch nicht. Ein Ärzte-Ranking nach dem Motto "Deutschlands bester Hausarzt" wird es vom GKV-Spitzenverband nicht geben." Grundsätzlich gehe es um Transparenz bei der Behandlungsqualität auch bei niedergelassenen Ärzten.

"Wir stehen noch am Anfang der Diskussion, wie sich Qualität anhand fester Kriterien verlässlich messen und laienverständlich darstellen lässt. An der Diskussion um mehr Qualitäts-Transparenz für Patientinnen und Patienten führt auch für niedergelassene Ärzte unserer Überzeugung nach kein Weg vorbei", argumentierte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz. Bisher gibt es regelmäßige Qualitätsbericht für Krankenhäuser.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, sprach von "Bürokratiewahn", mit dem die Kassenfunktionäre auch noch dem letzten Medizinstudenten die Lust nähmen, sich als Landarzt niederzulassen. "Und mit ihrem Arztnavigator sind sie krachend am fehlenden Interesse der Menschen gescheitert. Alle Studien zeigen, dass die Patienten mit der Arbeit ihrer Ärzte hoch zufrieden sind, aber nicht immer mit der Arbeit ihrer Krankenkassen."

Gassen hielt dem GKV-Spitzenverband entgegen: "Eher glaube ich, dass die Bevölkerung Rankings der Krankenkassen braucht, um sich orientieren zu können. Wir werden dies auf jeden Fall zum Anlass nehmen, um unser Instrument des Krankenkassen-Navigators neu zu beleben. Ärzte sollen ihren Patienten Orientierungshilfen geben bei der Entscheidung für oder gegen eine Krankenkasse."

apa.at

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