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APA-Artikel 19. August 2014

CH: Starke Zunahme der physischen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

Immer mehr Erwerbstätige klagen über gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen. Über die Hälfte von ihnen sind von körperlichen Risiken betroffen. Auch psychische Belastungen sind weit verbreitet. Jede achte erwerbstätige Person fürchtet um ihren Arbeitsplatz.

52 Prozent der arbeitenden Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren sind gleichzeitig mindestens drei physischen Risiken ausgesetzt, wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2012 durchgeführte Gesundheitsbefragung ergab. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2007 (42 Prozent).

Eine Mehrheit der rund 11'000 befragten Personen muss bei der Arbeit stets die gleichen Bewegungen ausführen oder stehen. 33 Prozent nennen das Tragen schwerer Lasten als Risiko, 25 Prozent sind mit starkem Lärm und 22 Prozent mit giftigen Produkten konfrontiert.

Am höchsten ist die Gefährdung durch physische Risiken gemäss BFS bei Männern, unter 30-Jährigen sowie bei Personen mit niedriger Bildung oder niedrigerer beruflicher Stellung. In der Landwirtschaft und auf dem Bau sind mit 87 respektive 79 Prozent besonders viele Personen exponiert.

Die Betroffenen geben deutlich häufiger an, keinen guten allgemeinen Gesundheitszustand zu haben, als die Personen, die keinen physischen Risiken ausgesetzt sind (13% gegenüber 5%).

Die häufigsten psychosozialen Risiken sind durch hohe Arbeitsanforderungen oder hohen Zeitdruck bedingt. Sie hängen nach den Angaben des BFS mit der Arbeitsorganisation zusammen. So berichten 46 Prozent von einem hohen Arbeitstempo während mindestens drei Vierteln der Arbeitszeit.

Personen, die verschiedenen Arten von hohen Arbeitsanforderungen ausgesetzt sind, weisen auch das höchste Risiko auf, am Arbeitsplatz unter Stress zu stehen. Gesamthaft klagen 18 Prozent der Befragten, meistens oder immer Stress zu erleben.

Fast die Hälfte der Personen mit Stress hat das Gefühl, am Arbeitsplatz emotionale Erschöpfung zu erfahren, was laut BFS als Burnout-Risiko betrachtet werden kann. Bei den Personen ohne Stress beträgt der entsprechende Anteil lediglich 13 Prozent.

Der Mangel an Gestaltungsspielraum am Arbeitsplatz kann ebenfalls die Gesundheit gefährden. Frauen machen mit 37 Prozent deutlich häufiger ein solches Defizit geltend als Männer (29%). 25 Prozent der Frauen können zum Beispiel nur selten oder nie eine Pause machen, wann sie wollen. Bei ihren männlichen Kollegen sind es 18 Prozent.

16 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen geben an, an ihrem Arbeitsplatz mindestens eine Form von Diskriminierung oder Gewalt erfahren haben. Mit einem Anteil von 7 Prozent sind Fälle von Einschüchterung, Belästigung oder Mobbing am häufigsten. An zweiter Stelle folgt verbale Gewalt mit 5 Prozent.

Im Jahr 2012 fürchteten unabhängig vom Geschlecht 13 Prozent der Erwerbstätigen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das sind gleich viele wie 2007. Personen mit niedrigem Bildungsniveau werden mit 29 Prozent deutlich stärker von solchen Ängsten geplagt. Wer um seinen Job bangt, berichtet zweimal häufiger über Symptome mittlerer oder hoher psychischer Belastung (28% gegenüber 14%).

apa.at

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