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APA-Artikel 18. August 2014

Gesundheit - Hauptverband gegen neue Leistungen

Trotz der von den Krankenkassen erzielten Überschüsse und der übererfüllten Finanzziele der Gesundheitsreform lehnt der Hauptverband der Sozialversicherungsträger eine Ausweitung der Leistungen ab. Dies wäre nur möglich, wenn die Politik wieder Defizite in den Kassen in Kauf nehmen würden. Davor würde er allerdings "dringend abraten", sagte Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling gegenüber der APA.

Das mit der Gesundheitsreform festgelegte Ausgabenwachstum wurde 2012 um 133 Millionen Euro unterschritten. Auch für die Jahre 2013 und 2014 zeichnen sich positive Ergebnisse ab. Und die Krankenkassen haben im Vorjahr einen Überschuss von 218 Mio. Euro erwirtschaftet und erwarten nach der jüngsten Prognose für heuer ein Plus von 62 Mio. Euro. Deshalb ist von verschiedenen Seiten bereits der Ruf gekommen, diese Gelder in neue Leistungen für die Versicherten zu investieren. Auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hatte sinngemäß gemeint, dass man punktuell etwas machen könnte und als Beispiel einen Ausbau der Psychotherapie genannt.

Das lehnt Schelling allerdings entschieden ab. Er verweist darauf, dass man etwa bei Medikamenten mit deutlichen Mehrausgaben rechnen müsse, weil es beispielsweise neue Arzneimittel gegen Krebs gebe. "Das Geld ist schneller verbraucht als manche glauben." Außerdem werde Geld in den Präventionsfonds gesteckt und zusätzlich gebe es ab kommendem Jahr auch den bisher mit 40 Mio. Euro dotierten Kassen-Strukturfonds nicht mehr. Schelling verweist darauf, dass mit den vereinbarten Gratis-Zahnspangen, mit der Kinderrehabilitation oder mit zusätzlichen Stellen für die Psychotherapie ohnehin schon einiges gemacht worden sei und darüber hinaus einfach nicht mehr Geld zur Verfügung stehe.

In Sachen Gratis-Zahnspangen für Kinder und Jugendliche laufen die in drei Arbeitsgruppen geführten Gespräche zwischen Hauptverband und der Zahnärztekammer nach Einschätzung Schellings "sehr konstruktiv, aber schwierig". Er hofft, Ende September/Anfang Oktober einen Durchbruch erzielen zu können. Ob die von Stöger genannten 80 Mio. Euro an jährlichen Gesamtkosten reichen werden, kann der Hauptverbands-Chef derzeit noch nicht abschätzen. Das hänge auch sehr von der Tarifgestaltung ab, mit den jetzigen Tarifen werde es sich nicht ausgehen, machte Schelling Druck auf die Zahnärzte.

apa.at

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