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APA-Artikel 31. Juli 2014

Ärztemangel - Wiener Ärztekammer sieht Heilmittel in Ausbildung Neu

Die Wiener Ärztekammer (ÄK) hofft, dass das neue Modell der Medizinausbildung dem drohenden Ärztemangel entgegenwirken kann. Denn sinkende Studierendenzahlen, mehr Teilzeitärzte und eine hohe Abwanderung ins Ausland würden die Situation zunehmend verschärfen. "Die einzige Möglichkeit, hier gegenzusteuern, ist, den Job attraktiver zu machen", so Wiens ÄK-Präsident Thomas Szekeres vor Journalisten.

"Es geht gar nicht so sehr um die Bezahlung", versicherte der Kammerchef. Vielmehr sei das Ausbildungsprozedere derzeit unattraktiv. So würden angehende Ärzte überwiegend mit Routinetätigkeiten traktiert, wodurch die Praxis zu kurz komme. Deshalb freut Szekeres vor allem die im Gesetzesentwurf fixierte Lehrpraxis. Diese werde helfen, auch wieder mehr Mediziner für Landordinationen zu gewinnen, wo das Aufgabengebiet größer sei und zudem die Spitalstruktur im Rücken fehle.

Laut Szekeres gibt es in der Bundeshauptstadt aktuell rund 12.000 eingetragene Ärzte: "Die Zahl an sich würde schon reichen." Das Problem: Dabei handelt es sich nicht um Vollzeitäquivalente. Etwa ein Drittel der Mediziner dürfte nur Teilzeit ordinieren. Das schließt die Kammer aus den ihr vorliegenden Einkommenszahlen ihrer Mitglieder. Eine genaue Statistik dazu gibt es nicht. Die steigende Anzahl von Frauen im Arztberuf verstärke diesen Trend, so der Kammerpräsident.

In einigen Fachbereichen wie Anästhesie, Psychiatrie oder Pathologie gebe es schon jetzt einen "spürbaren Mangel", versicherte Szekeres. Schwieriger werde es insofern, als in einigen Jahren aufgrund der demografischen Verhältnisse eine große Pensionierungswelle bevorstehe. Gleichzeitig sinke die Zahl der Medizinstudierenden. Gab es österreichweit Anfang der 1990er-Jahre noch rund 21.000, zählte man 2012/2013 etwa 13.300. Dazu kommt, dass nach Abschluss der Ausbildung rund ein Drittel der angehenden Ärzte ins Ausland abwandert. Zum Medizinstudium nach Österreich kommen aus anderen Ländern aber "nur" rund ein Viertel aller potenziellen Nachwuchsärzte.

apa.at

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