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APA-Artikel 28. Juli 2014

Ärztekammer: Positive Bewertung der Ärztegesetznovelle

Der Entwurf zur Reform der Ärzteausbildung, welcher am Freitag in Begutachtung gegangen ist, geht in die vollkommen richtige Richtung. "Damit wird die Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte in Österreich wieder attraktiv", ist Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, überzeugt. Seit Jahrzehnten fordere die Wiener Ärztekammer eine verpflichtende Ausbildung für Allgemeinmediziner in Lehrpraxen. "Das ist international üblich, und auch in Österreich fordern immer mehr junge Mediziner diese Art der Ausbildung, um später als Hausarzt arbeiten zu können", erklärt Szekeres. ****

Bei der jetzigen Reform sind erstmals sechs beziehungsweise in Stufen zwölf Monate Lehrpraxis beim Allgemeinmediziner vorgesehen. "Damit müssen junge Kolleginnen und Kollegen nicht mehr ins Ausland gehen, um diese Ausbildungsform kennenzulernen", so Szekeres.

Die stufenweise Anhebung der Ausbildungsdauer von derzeit 36 auf 48 Monate ist für den Ärztekammerpräsidenten akzeptabel. "Aufgrund der gestiegenen Anforderungen sowie der Zunahme der notwendigen Leistungsfähigkeit der Hausärzte ist eine Ausweitung des Bildungswegs unumgänglich." Zudem gebe es im internationalen Kontext sogar wesentlich längere Ausbildungszeiten.

Mit dem jetzigen Entwurf liege ein "brauchbarer Kompromiss" vor. Eine Umfrage der Wiener Ärztekammer unter allen in Ausbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten von Juli 2014 zeigt, dass die Ausbildungsdauer für junge Mediziner nicht das Entscheidendste ist. Szekeres: "Wichtig ist den jungen Kolleginnen und Kollegen vor allem, eine wirklich effiziente Ausbildung zu erhalten und auf spätere Tätigkeiten ausreichend vorbereitet zu werden." Dies sei auch im Sinne der Patientinnen und Patienten.

"Für die Qualität der Versorgung ist diese Reform unerlässlich. Es besteht nun die Chance, die oftmals von der Ärztekammer kritisierte Ausbildungsqualität zu heben", zeigt sich Szekeres erfreut. Der Entwurf schaffe hier ganz neue Möglichkeiten. So können beispielsweise den Ausbildungseinrichtungen in Zukunft Auflagen für die Ausbildungsqualität vorgeschrieben werden. "Außerdem wird die Berechtigung zur Ausbildung auf sieben Jahre beschränkt. Dann müssen die Einrichtungen nachweisen, dass die notwendige und vorgeschriebene Qualität nach wie vor gegeben ist", erläutert der Ärztekammerpräsident die Vorteile der Reform.

Weiters enthält das Gesetz erstmals effektive Regelungen, um sicherzustellen, dass Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung nicht überwiegend Tätigkeiten des Krankenpflegepersonals durchführen. Die Ausbildungsabteilungen müssen dann nachweisen, ob ausreichend Pflegepersonal vorhanden ist. "Hier versucht der Gesetzgeber, einen Missbrauch der Turnusärzte zu verhindern." Nun seien vor allem die Länder als Träger gefordert, dies auch wirklich effektiv umzusetzen, so Szekeres.

Auch die Regelungen über die verpflichtende Deutschprüfung begrüßt der Ärztekammerpräsident. "Es ist für eine Ärztin oder einen Arzt unerlässlich, sich in der jeweiligen Landessprache ausdrücken zu können, um sich mit Patienten, anderen Berufsgruppen oder in beruflichen Netzwerken im Sinne der Patientensicherheit auszutauschen."

Positiv hebt Szekeres zudem hervor, dass die Ärztekammer bei den Vorarbeiten zum Entwurf von Beginn an involviert war. "Dieser Entwurf zeigt, dass die Ärztekammer bei rechtzeitiger Einbindung gemeinsam mit dem Ministerium, den Ländern und der Sozialversicherung als Reformmotor wirken kann, um Bedingungen zu schaffen, damit Österreich als Arbeitsort für Mediziner attraktiv bleibt." (kmc)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/30/aom

apa.at

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