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APA-Artikel 14. Juli 2014

Maßnahmen nach Infektionen bei Eingriffen am offenen Herzen

Bei Eingriffen am offenen Herzen in der Schweiz ist es zu vereinzelten Infektionen mit einem an sich harmlosen Bakterium gekommen. Vermutliche Quelle ist ein technisches Gerät, das bei den Operationen benutzt wird.

Zu den Infektionen kam es, nachdem den Patienten Implantate eingesetzt worden waren. Bisher waren sechs Patienten betroffen, zwei davon sind mittlerweile gestorben. Insgesamt könnten es bis zu 40 Fälle sein. In den Spitälern wurden Massnahmen getroffen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Heilmittelinstitut Swissmedic am Montag gemeinsam mitteilten.

Vermutliche Ursache der Infekte seien Hyperthermiegeräte, die bei Herzoperationen eingesetzt werden. In mehreren Spitälern wurde das Bakterium Mycobacterium chimaera im Wasser und in der Abluft der Geräte nachgewiesen.

Hypothermiegeräte werden für die Regulierung der Bluttemperatur eingesetzt. Betrieben werden sie mit gefiltertem Leitungswasser. Das grundsätzlich ungefährliche Bakterium kommt natürlicherweise überall vor - auch im Trinkwasser.

Unter besonderen Umständen könne es aber im Operationssaal in Einzelfällen zu Infektionen mit dem Bakterium kommen, die ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff zu einer "ernsthaften Erkrankung" führen können, wie es in der Mitteilung hiess. Unklar ist, wie genau das Bakterium vom Gerät auf Patienten übertragen wird.

Insgesamt 16 Spitäler führen in der Schweiz herzchirurgische Eingriffe durch, und alle benutzen die fraglichen Hypothermiegeräte. Das Mycobacterium chimaera sei in bisher drei Spitälern festgestellt worden, schrieben das BAG und Swissmedic. Untersuchungsresultate in den anderen Kliniken stünden noch aus.

Von Infektionen betroffen waren bisher sechs Patienten, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 operiert worden waren. Das BAG und Swissmedic gehen davon aus, dass höchstens 40 Patienten und Patientin bei Herzoperationen mit dem Bakterium angesteckt worden sein könnten.

Veränderungen wegen Infektionen nach dem Einsetzen von Implantaten - etwa eine künstliche Herzklappe - können Kardiologen bei der Jahreskontrolle feststellen, wie es in der Mitteilung heisst. Wer sich beunruhigt fühle, solle sich bei einem Herzspezialisten melden. Auch hat das BAG eine Telefon-Hotline für Patienten eingerichtet.

Ausserdem wurden Sofortmassnahmen ergriffen: Eine spezielle Wartung der Geräte hat bisher Infektionen verhindert. Swissmedic muss überprüfen, ob sich die Spitäler und die Hersteller der Geräte die Auflagen korrekt umsetzen. Auch wurden Spitäler und Herzchirurgen informiert.

Seit 2008 sind in den 16 herzchirurgischen Abteilungen in Schweizer Spitälern bei ungefähr 20'000 Eingriffen am offenen Herzen Implantate eingesetzt worden. Bei diesen Operationen waren Hyperthermiegeräte zum Einsatz gekommen.

(Hotline des BAG für Patienten: 031 322 21 00 (von 8.00 bis 18.00 Uhr))

apa.at

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