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APA-Artikel 14. Juli 2014

Mehr Pflege und weniger Papierkram sollen Heime besser machen

Pfleger haben oft zu wenig Zeit für die alten Menschen - stundenlang müssen sie aber Dokumente ausfüllen. Nun soll der bürokratische Aufwand auf das Nötige beschränkt werden. Kein einfaches Unterfangen.

Unnötiger Papierkram soll künftig weit weniger der Betreuung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland im Weg stehen. Nach monatelangen Beratungen und Prüfungen haben Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen nun eine Reform der Dokumentationen auf den Weg gebracht, die Pfleger im Heim und ambulante Pflegedienste leisten müssen. Der Pflege-Bevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), will erreichen, dass die Entbürokratisierung bundesweit umgesetzt wird, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte.

"Unnötige Bürokratie ist einer der größten Motivationskiller für unsere Pflegekräfte", sagte Laumann. "Überflüssige Dokumentationspflichten rauben ihnen viel Zeit." Diese fehle dann für die Betreuung. Künftig sollten keine normalen Routineabläufe - etwa dass genug getrunken wurde - dokumentiert werden müssen, sondern nur noch Unregelmäßigkeiten.

Pfleger klagen häufig über die Pflicht, alles Mögliche aufzuschreiben. Jede siebte bis achte Stunde ist laut Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) heute der Dokumentation vorbehalten. Laut Caritas sind 70 Seiten Papier zu füllen mit Kreuzen und Texten, um die Daten eines neuen Patienten zu erfassen und daraus die Pflegeplanung zu erstellen. Drei Stunden benötige eine Pflegefachkraft dafür. Künftig sollen 20 Seiten und eine Stunde reichen.

So einfach ist Befreiung von Papierkram aber keineswegs. Ein bei Laumann eingerichtetes Projektbüro soll weiter daran arbeiten. Geprüft werden soll auch, ob noch Gesetze geändert werden müssen. Der Aufwand für Schulungen der Pflegekräfte sei groß, hieß es.

Gernot Kiefer, Vorstand des Kassen-Spitzenverbandes, sagte der dpa: "Pflegedokumentationen sind weder Selbstzweck noch grundsätzlich überflüssige Bürokratie." Auch künftig sei es zum Beispiel nötig, dass der Nachtdienst für den Tagdienst aufschreibe, wie ein offenes Druckgeschwür versorgt wurde. Doch sei nun die Voraussetzung geschaffen, dass tatsächlich Überflüssiges gestrichen werde.

Laumann kündigte eine "Entbürokratisierungstour" quer durch Deutschland an, um beim Medizinischen Dienst der Kassen und den Verbänden der Heime und Dienste für breite Umsetzung zu werben. So ist Laumann an diesem Dienstag dafür in Münster.

apa.at

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