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APA-Artikel 11. Juli 2014

Entscheidung 2: Geburtenstation am LKH Voitsberg bleibt geschlossen

Die Entscheidung in der Debatte um die Geburtenstation des LKH Voitsberg ist gefallen: Sie wird geschlossen bleiben. Das teilte der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Donnerstag mit. "Die Argumente im Hinblick auf die Qualitätssicherung, die erst ab einer bestimmten Größe gewährleistet werden kann, haben mich überzeugt, dass der eingeschlagene Kurs richtig war."

"Es ist mir bewusst, dass die Schließung der Geburtenstation von der Voitsberger Bevölkerung mit großen Sorgen und Ängsten verbunden ist", betonte Drexler. Daher habe er sich die Evaluierungsergebnisse in diesem "sensiblen Bereich" genau angesehen. "Die Geburtenzahlen haben in den letzten Jahren stark abgenommen, im Gegenzug steigen die qualitativen Anforderungen", waren die Argumente, bei der Schließung zu bleiben.

Kages-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg erklärte: "Bei rund 400 Geburten pro Jahr bekommt der einzelne Gynäkologe, der ja auch nicht rund um die Uhr 365 Tage im Jahr Dienst tut, viele mögliche Komplikationen während seiner Ausbildung gar nie zu sehen, sondern vielleicht erst, wenn er oder sie alleinverantwortlich Dienst hat." Damit sei klar, dass rund eine Geburt pro 24 Stunden zwar naturgemäß die Zeit für menschliche Zuwendung und Servicequalität pro Patientin erhöht, allerdings gehe dies auf Kosten der medizinisch-fachlichen Qualität - und zwar sobald erfahrene Ärzte, die noch die geburtenstarken Zeiten kennen, in Pension gehen, meinte Tscheliessnigg.

Den Fachexperten der Evaluierungsrunde zufolge, gibt es den weltweiten Trend, "geburtshilfliche Abteilungen nur noch ab vielen hundert Geburten jährlich zu führen". Seit der Schließung der Geburtenstation Ende 2012 erfolge die Versorgung im Wesentlichen über die beiden Standorte Deutschlandsberg und Graz. Mehr als 95 Prozent der Bevölkerung des Bezirks Voitsberg würden eine dieser geburtshilflichen Abteilungen innerhalb von 45 Minuten erreichen. Es habe sich gezeigt, dass seit der Schließung der Abteilung am LKH Voitsberg, die Zahl der Geburten im Rettungswagen nicht zugenommen hat.

apa.at

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