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APA-Artikel 8. Juli 2014

Wenig Obduktionen: Ärztekammer fürchtet Schlupflöcher für Kriminelle

Sinkende Obduktionszahlen in Wien ermöglichen "Schlupflöcher bei der Erkennung und Aufklärung kriminell verursachter Todesfälle". Davor warnte die Wiener Ärztekammer am Dienstag. Außerdem fehlen weiterhin Ausbildungsplätze, hieß es in einer Aussendung. Wenn es so weitergehe, werde die Gerichtsmedizin in Wien "an die Wand gefahren", sagte Hermann Leitner, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.

"Trotz mehrfacher Warnungen ist nach wie vor keine Lösung erkennbar", kritisierte Leitner, der auch Obmann der Kurie angestellte Ärzte ist. Gerade die Wiener Gerichtsmedizin könne auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurückblicken. Es sei eine Schande, wenn diese Tradition nun verloren ginge, "einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass die Verantwortlichen es nicht schaffen, sich an einem Tisch zu setzen und miteinander zu reden", so der Ärztekammer-Vertreter.

Das Problem seien unter anderem die fehlenden Ausbildungsplätze für Gerichtsmediziner, "wodurch die Heranbildung des ärztlichen Nachwuchses in diesem Bereich unmöglich gemacht wird". Es sei "ein Skandal, dass sich in den letzten Jahren nichts in diesem Bereich geändert hat", betonte der Kurienobmann. Man müsse hier bereits von einer "Dauerbaustelle" reden. Die Wiener Ärztekammer forderte einmal mehr einen runden Tisch mit Vertretern von Innen-, Justiz- und Wissenschaftsministerium sowie der Stadt Wien, um "raschest Maßnahmen zu setzen, die eine funktionierende Gerichtsmedizin in Wien auf lange Sicht sicherstellen".

apa.at

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