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APA-Artikel 7. Juli 2014

FMH-Gutachterstelle stellt 30 Diagnose- oder Behandlungsfehler fest

Die Gutachterstelle der Ärzteverbindung FMH hat im vergangenen Jahr in 30 Fällen Behandlungs- oder Diagnosefehler festgestellt. Insgesamt prüften die Gutachter 79 Fälle.

Bei knapp 40 Prozent davon ging es um Behandlungen in privaten Arztpraxen, beim Rest der Fälle waren Spitäler involviert, wie es in dem in der aktuellen Ausgabe der "Schweizerischen Ärztezeitung" publiziertem Jahresbericht der Gutachterstelle heisst. Die "NZZ am Sonntag" hat die Information ebenfalls veröffentlicht.

Die Fehler, die in den 30 Fällen gemäss Gutachten begangen wurden, waren nicht zweifelsfrei die Ursache für Gesundheitsschäden von Patienten: Nur bei gut einem Viertel lag sicher oder eher ein Kausalzusammenhang vor. Häufig werde ein Gesundheitsschaden noch durch andere Ursachen herbeigeführt, wie etwa Vorerkrankungen, heisst es im Bericht.

Die Fehleranerkennungsquote 2013 von 38 Prozent ist im Vergleich zu den Quoten der letzten zehn Jahre eher tief: Die Spannbreite bewegt sich zwischen 34,9 (2007) und 50,6 (2010) Prozent.

Die 79 Fälle seien nicht repräsentativ für die Spital- und Arzthaftpflichtsituation in der Schweiz, betonte die Gutachterstelle. Es würden zahlreiche private Gutachten in Auftrag gegeben - ein grosses Kantonsspital werde jährlich mit rund 20 bis 30 Haftpflichtfällen konfrontiert.

Die Gutachter werden zudem nur bei Fällen tätig, in denen die Patienten schwere Gesundheitsschäden erlitten haben, es keine Einigung mit der Haftpflichtversicherung gab und wo nicht bereits juristische Schritte eingeleitet wurden.

Die meisten Gutachten in den letzten rund 30 Jahren betrafen die Chirurgie, gefolgt von der Orthopädischen Chirurgie und der Gynäkologie/Geburtshilfe. Viele Fälle betrafen auch die Innere Medizin und die Ophtalmologie (Augenheilkunde).

apa.at

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