zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 7. Juli 2014

Fast real: "Emergency Room" für Studierende an Med-Uni Graz

Schlaganfall, Kreislaufkollaps, Wunden, Blutverlust: Der Alltag einer Notfallaufnahme in einem Spital ist herausfordernd - v.a. für junge Mediziner. An der Medizinischen Universität Graz können bereits Studierende in die Rolle von Notärzten schlüpfen - im Rahmen des vollständig simulierten "Emergency Rooms" im Hörsaalzentrum der Med-Uni. Am Samstag waren die Studierenden acht Stunden im Dienst.

Im sogenannten "Clinical Skills Center" (CSC) im Hörsaalzentrum der Med-Uni Graz können Studierende der Humanmedizin seit fünf Jahren ihre praktischen Fähigkeiten für das späteren Berufsalltag realitätsnah trainieren. Dazu stehen eine Vielzahl an Simulationsobjekten, Dummies und medizinischer Geräte zur Verfügung: Trainigsarme für die Blutabnahme oder das Legen von Venenverweilkanülen, Modelle um das Defibrillieren des Herzens zu üben, Studierende erlernen das Abhören der Lunge, üben Wiederbelebungstechniken. An Patientensimulatoren mit unfallchirurgischem und internistischem Simulationsmöglichkeiten üben sie Basistechniken der Notfallmedizin und das Vorgehen bei der Akutbehandlung. Die Einrichtung erfährt nun durch eine vollständig simulierbare Notfallaufnahme eine Ausweitung.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung "SIMLine Graz: Notaufnahme" haben die Studierenden im dritten Ausbildungsjahr am Samstag in einem großen Szenario mit Simulationspatienten, simulierten medizinischem Personal sowie technischen und organisatorischen Mitarbeiter vor eine große Aufgabe gestellt: "Wir haben rund 30 Szenarien aus einer interdisziplinären Notfallambulanz vorbereitet. Damit stellen sich den Studierenden nicht nur medizinische sondern auch organisatorische und kommunikative Aufgaben", schilderte Projektleiter und Intensivmediziner Thomas Wegscheider im Gespräch mit der APA anlässlich der "Premiere" am Samstag.

Rund 20 Leute waren im Einsatz, um für die Studierenden die Illusion einer Notaufnahme zu erzeugen. "Wir machen eine achtstündige Dienstschicht durch: Von der Morgenbesprechung, über die Aufnahme der Patienten mit einfachen Riss-Quetschwunden bis zum Luftröhrenschnitt oder beispielsweise der Situation, dass einem Angehörigen eine schwierige Nachricht überbracht werden muss", erläuterte der Grazer Mediziner. Eingebunden waren die Unikliniken für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde, Innere Medizin sowie Medizinische Psychologie und Psychotherapie.

Zuvor wurden die Studierenden in Lehrveranstaltungen u.a. mit diagnostischen und therapeutischen Verfahren bei akuten kardiovaskulären Erkrankungen sowie akuten allergischen Reaktionen und den entsprechenden "handwerklichen" Fertigkeiten vertraut gemacht. Das Interesse der Studierenden sei "enorm hoch" gewesen, hielt Wegscheider fest. Dennoch kamen in diesem Semester nur 24 Personen in den Genuss des innovativen Lehrmodells: "Wir waren acht Sekunden nach Beginn der Anmeldemöglichkeit doppelt überbucht und würden gerne ausweiten, doch die Teilnehmerzahl ist aufgrund der beschränkten Raumressourcen begrenzt", bedauerte der Lehrende.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben