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APA-Artikel 26. Juni 2014

AK-Umfrage zur oö. Spitalsreform- Mitarbeiter: Negative Auswirkungen

Knapp 80 Prozent der in den oberösterreichischen Krankenhäusern beschäftigten Mitarbeiter befürchten laut einer IFES-Erhebung negative Auswirkungen auf ihr berufliches Umfeld durch die Spitalsreform des Landes. Psychische und physische Belastungen müssten dringend evaluiert werden, forderte Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer (AK) OÖ, die die Umfrage in Auftrag gab, am Donnerstag.

46 Prozent der Beschäftigten fühlen sich schon jetzt psychisch-seelisch belastet, so ein Ergebnis. 42 Prozent haben angegeben, auch krank zur Arbeit zu gehen - aus Rücksicht auf die Kollegen, um Ausfälle abzufangen oder weil zu wenig Personal da ist. Jeder Fünfte tut das nach eigenem Bekunden, weil er Konsequenzen fürchtet.

"Die Beschäftigten sind bereit, die eigene Gesundheit zu riskieren, um die Patienten nicht im Stich zu lassen. Die Personal- und Ressourcenverantwortlichen in den Spitälern scheinen das billigend in Kauf zu nehmen und in die Kalkulationen einfließen zu lassen", kritisierte Kalliauer in einer Pressekonferenz. Die Einhaltung des Mindestpflegeschlüssels gewährleiste keine gesundheitsförderliche Personalbemessung. Es sei daher dringend nötig, mehr Personal einzustellen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. "Sparen auf Kosten der Beschäftigten kann nicht länger akzeptiert werden", betonte der AK-Präsident. Eine nachhaltige Finanzierung der Spitäler und der Pflege als öffentliche Aufgaben müsse sichergestellt werden.

Man nehme die Anliegen der Krankenhausmitarbeiter sehr ernst, erklärte ÖVP-Klubobmann Thomas Stelzer in einer Aussendung. Alle Betroffenen hätten großes Interesse daran, Belastungsspitzen mit Maßnahmen optimal abzufedern. Die Zahl der Krankenstandstage sei laut dem landeseigenen Spitalsbetreiber gespag seit Beginn der Reform nicht gestiegen, so Stelzer. SPÖ-Gesundheitssprecherin Julia Röper-Kelmayr hingegen sieht in der Erhebung, die Gesundheitsreferent LH Josef Pühringer (ÖVP) ernst nehmen müsse, "einmal mehr einen klaren Handlungsauftrag". Die Umsetzung der Reform müsse genau evaluiert und an den nötigen Stellen korrigiert werden, verlangte sie in einer Aussendung.

Der Vorwurf, dass auf Kosten der Mitarbeiter gespart werde, entbehre jeder Grundlage, reagierte die gespag in einer Aussendung auf die Studie. Seit der Spitalsreform im Jahr 2009 habe es alleine im Pflegebereich einen kontinuierlichen Zuwachs von 4.601 auf 4.875 Mitarbeiter im Vorjahr gegeben. Durch das gespag-Programm "Lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung" (LOA) seien umfangreiche Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten und zu deren Gesundheitsförderung gesetzt worden.

apa.at

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