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APA-Artikel 26. Juni 2014

Heinisch-Hosek/Rösslhumer/Schoch/Logar: Gewalt an Frauen und Mädchen ist eine Menschenrechtsverletzung

Die Zahlen sind alarmierend: Jede fünfte Frau in Österreich wird einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt und laut EU-Studie wissen Frauen ungenügend Bescheid, wo sie nach einem Gewalterlebnis Hilfe finden. "Diese Zahlen machen deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht und zeigt die Wichtigkeit der besseren Bekanntmachung von Hilfseinrichtungen wie der kostenlosen Frauenhelpline 0800/222 555", betont Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der gemeinsamen Präsentation der österreichweiten Kampagne "GewaltFREI leben" mit den Kooperationspartnerinnen.

Die großangelegte Kampagne wird gemeinsam von der Europäischen Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Frauen finanziert (Gesamtbudget von 400.000 Euro, davon 80% EU-Anteil, 20% BMBF Anteil) sowie vom Frauenministerium koordiniert. Die Kampagne wird vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser in Kooperation mit der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie und der Bundesjugendvertretung durchgeführt.

"Österreich hat ein gutes Netz an Gewaltschutzeinrichtungen, dieses müssen wir verstärkt bewerben und Frauen Mut machen, sich an Hilfseinrichtungen zu wenden", erklärt die Ministerin das Ziel der Kampagne. "Deshalb braucht es verstärkte Präventionsarbeit und Bewusstseinsarbeit. Gleichzeitig muss das Vertrauen der Opfer in die Einrichtungen gestärkt werden und mehr aktive Hilfe angeboten werden."

Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der Autonomen Frauenhäuser, unterstreicht wie wichtig es ist möglichst viele Partnerinnen und Partner für die Kampagne zu gewinnen: "Wir alle sind die Kampagne. Diese Kampagne gibt allen eine Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Jeder und jede kann und soll sich an der Beendigung von Gewalt an Frauen und Kindern beteiligen. Das Ziel ist eine breite öffentliche Allianz gegen Gewalt an Frauen zu bilden. Wir brauchen diese Allianz, bestehend aus Politik, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur, Polizei, Justiz, Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit etc..."

Es ist unerlässlich, Kinder und Jugendliche darüber zu informieren, was Gewalt bedeutet, welche Ursachen, Formen und Auswirkungen Gewalt hat und welche Hilfsangebote es für sie gibt. "Für die Bundesjugendvertretung hat die Auseinandersetzung mit Gewalt an Frauen und Kindern schon lange einen fixen Platz in der täglichen Arbeit. Als Interessenvertretung ist es uns wichtig, mehr Bewusstsein für dieses Thema in der breiten Öffentlichkeit zu schaffen. Wirksame Gewaltprävention muss schon bei den Jüngsten ansetzen, dazu wollen wir einen Beitrag leisten und in den kommenden Jahren möglichst viele Kinder und Jugendliche in allen Lebenslagen stärken, ihnen Perspektiven abseits der herrschenden Geschlechterrollen aufzeigen und gemeinsam erarbeiten, was es für ein gewaltfreies Leben braucht - denn wir wissen: Jede Gewalterfahrung ist eine zu viel!", erklärt Laura Schoch, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung.

Rosa Logar, Geschäftsführerin, und Barbara Ille von der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie betonen einen Schwerpunkt ihrer Arbeit: "Gewalt an Frauen kommt nicht aus heiterem Himmel. Morde und Mordversuche sind meistens schon lange geplant. Daher benötigt es eine multiinstitutionelle Kooperation und enge Zusammenarbeit aller wichtigen Akteurinnen und Akteure, um besonders hochgefährdete Frauen und deren Kinder zu schützen".

"Gewalt an Frauen und Mädchen ist eine Menschenrechtsverletzung" sind sich alle Beteiligten einig, deshalb brauche es diese österreichweite Kampagne um aufzuklären, zu informieren, zu sensibilisieren und zu helfen. "Beteiligen Sie sich an der Kampagne, tragen Sie sich ein und werden Sie PartnerIn der Kampagne GewaltFREI leben" lautet der Appell aller Beteiligten und der Aufruf sich unter www.gewaltfreileben.at einzutragen.

apa.ots

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