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APA-Artikel 26. Juni 2014

Rasinger: Die Hausärzte sind für die ÖVP unverzichtbare erste Anlaufstelle

Der ursprüngliche Plan von Gesundheitsminister Stöger, Hausärzte mittelfristig durch Primärversorgungszentren zu ersetzen, wurde von der ÖVP entschieden abgelehnt: dies sei gegen die Intentionen des Regierungsprogrammes, wo eindeutig mehrfach von der Aufwertung des Hausarztes bzw. vom Hausarzt als erste Anlaufstelle für die Patienten die Rede ist. Dieses Stögersche Primärversorgungskonzept wäre ziemlich bürokratisch und wesentlich teurer als die bisherige Versorgung geworden. "Das von Stöger selbst als "Technokratenpapier" bezeichnete Modell ist damit erfolgreich begraben worden", so ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger heute, Mittwoch.

Durch die geplante Abschaffung der alleinigen Verantwortung des Hausarztes für den medizinischen Prozess wären erhebliche Unsicherheiten für den Patienten geschaffen worden, fuhr Rasinger fort. "Wer wäre dann eigentlich für den Patienten verantwortlich gewesen? Dies ist jetzt klar geregelt: nicht das ursprünglich geplante Kernteam - dies hätte aus Arzt, diplomierter Krankenpflegeperson und Ordinationshilfe bestanden - sondern der Arzt bleibt für den medizinischen Prozess verantwortlich."

Ausländische Konzepte wie zum Beispiel in Finnland, wo medizinische Versorgung nur mehr in derartigen Zentren erfolgt, haben den Nachteil, dass Patienten nicht mehr immer wieder von ein und demselben Arzt betreut werden, sondern von der gerade verfügbaren Betreuungsperson (Arzt oder Krankenpflegeperson). Dadurch wäre die vom Patienten in Österreich so sehr geschätzte individuelle Betreuung gefährdet gewesen. Zentren bedeuten auch für ältere Menschen ohne Auto, dass sie nicht mehr in Geh-Nähe ohne weiteres Betreuung finden können. Dies hätte auch eine weitere Ausdünnung des ländlichen Raums bedeutet und wäre somit ein weiterer wesentlicher Nachteil solcher Zentren, führte Rasinger aus.

Die extreme Zufriedenheit der Österreicher mit ihren Hausärzten ist für die ÖVP Auftrag, dieses System nicht zu zerstören, sondern aufrecht zu halten. Rasinger: "Die ÖVP wehrt sich nicht gegen neue Modellversuche, wie sie jetzt auch möglich werden. Die ÖVP ist aber dafür, das bewährte Hausarztsystem in Österreich beizubehalten. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass man bei der Patientenbetreuung verstärkt mit anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten kann und soll."

Nachdem es in Deutschland und in der Schweiz in absehbarer Zeit zu einem eklatanten Hausarztmangel kommt, ist Eile geboten, den Hausarztberuf generell zu attraktivieren. Ziel der ÖVP ist es, entsprechend dem Regierungsprogramm in möglichst jeder österreichischen Gemeinde hausärztliche Betreuung vor allem für die älteren und chronisch Kranken möglich zu machen. Daher müssen wir dringend den Beruf interessanter zu machen, so etwa mit Ermöglichung der Lehrpraxis, Aufwertung der Gruppenpraxis bzw. Teilung von Kassenverträgen für Frauen, ein verbessertes Leistungsspektrum etc.. "Die ÖVP wird alles tun, dass der Hausarzt kein Auslaufmodell ist, sondern ein Erfolgsmodell bleibt", schloss Rasinger.

apa.ots

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