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APA-Artikel 25. Juni 2014

CH: Säuglinge und Kleinkinder am häufigsten im Spital

Bis zum Alter von 14 Jahren müssen Knaben öfter ins Spital als Mädchen. Bei den 15-Jährigen kehrt sich dieser Unterschied. Am häufigsten werden Kinder im Säuglingsalter hospitalisiert.

Insgesamt wurden 2012 in der Schweiz 67'800 Spitalaufenthalte von Kindern zwischen 0 und 15 Jahren verzeichnet, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch bekanntgab. Gesunde oder kranke Neugeborene sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Mit Abstand der grösste Teil der Spitaleintritte betraf mit 14'200 Fällen Babys im ersten Lebensjahr. 1-Jährige wurden nur noch halb so oft eingewiesen, und mit zunehmendem Alter nahmen die Spitalaufenthalte weiter ab.

Am wenigsten häufig wurden die 10-jährigen Kinder (3000 Fälle) hospitalisiert. Danach stieg die Rate wieder an, und zwar auf 5000 Fälle bei den 15-Jährigen. In diesem Alter werden im Unterschied zu den jüngeren Patienten mehr Mädchen als Knaben hospitalisiert.

Zwei Drittel (67 Prozent) der Spitaleintritte von Kindern im Jahr 2012 erfolgten notfallbedingt. 2003 hatte der Anteil der Notfalleintritte erst gut die Hälfte (54 Prozent) ausgemacht.

Das BFS sieht einen möglichen Grund für die Zunahme darin, dass Eltern heute den Kindernotfall rascher und häufiger aufsuchen als früher, was vor allem in den Abendstunden nicht selten eine Hospitalisierung zur Überwachung nach sich zieht.

Diese Tendenz könnte auch bei den Spitalaufenthalten von Säuglingen ein Rolle spielen, die seit 2003 von allen Altersgruppen als einzige zugenommen haben. Der Anstieg bei den unter 1-Jährigen ist besonders ausgeprägt bei den Atemwegserkrankungen (+122 Prozent) und den Unfällen (+167 Prozent).

Die Gründe, weshalb ein Kind das Spitalbett hüten muss, ändern sich mit dem Alter, wie das BFS ausführt. Säuglinge werden vorab wegen Atemwegserkrankungen behandelt, am zweithäufigsten wegen Infektionen. Bis 5-jährig bleiben Krankheiten des Atmungssystems die Hauptursache, wobei Buben mit 60 Prozent der Fälle deutlich übervertreten sind.

Ab dem 6. Altersjahr sind Verletzungen und Vergiftungen die am häufigsten gestellte Diagnose. Bei den 10- bis 15-jährigen Knaben stellen Verdauungsstörungen die zweitwichtigste Hospitalisierungsursache dar, bei den gleichaltrigen Mädchen psychische und Verhaltensstörungen wie Stress, Depressionen oder Essstörungen.

Während solche Krankheiten bis zum Alter von 9 bis 10 Jahren kaum vorkommen, werden sie bei 14 Prozent der 15-jährigen Jugendlichen als Hauptdiagnose angegeben. Unter diese Kategorie fallen auch die akuten Alkoholvergiftungen mit 200 Fällen im Jahr 2012, Knaben und Mädchen zusammengenommen.

Während bei den 65-jährigen und älteren Personen nahezu 9 Prozent während des Spitalaufenthaltes sterben, sind Todesfälle unter den jungen und ganz jungen Patienten laut BSF sehr selten. 2012 waren es 103, ein Drittel davon betraf Kinder im ersten Lebensjahr.

apa.at

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