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APA-Artikel 24. Juni 2014

Österreichs erstes PET-MR-Gerät im AKH Wien

Im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien - Medizinischer Universitätscampus ist nun österreichweit erstmalig ein PET-MR-Gerät in Betrieb. Dieses kombiniert die Möglichkeiten der Positronen-Emissions-Tomografie und der Magnet-Resonanz-Tomografie. Die Verbindung der PET- und der MR-Technik war bis vor kurzem nicht möglich.

Dazu Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely: "Das AKH steht für exzellente PatientInnenversorgung, herausragende Forschung und innovative Lehre. Mit dieser Investition tragen wir diesem Anspruch Rechnung. Damit das AKH auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen kann, müssen wir aber gemeinsam optimale Rahmenbedingungen schaffen, Strukturen vereinfachen und Steuermittel effizienter einsetzen. Das gemeinsam mit der MedUni Wien derzeit laufende Reformprojekt AKH 2020 ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung."

Mit Hilfe des PET-MR können Ganzkörper-Aufnahmen gemacht werden, die gleichzeitig innere Strukturen darstellen sowie verschiedenste Stoffwechselvorgänge und Stoffwechselprodukte sichtbar machen. Bisher verwendete man PET-CT-Geräte, eine Kombination aus einem Positronen-Emissions-Tomografen und einem Computer-Tomografen. Der Vorteil des neuen PET-MR-Gerätes an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin besteht unter anderem darin, dass die Strahlungsbelastung deutlich niedriger ist als bei der PET-CT.

"Das betrifft insbesondere junge Patientinnen und Patienten, die im Lauf ihres Lebens immer wieder zu Kontrolluntersuchungen kommen müssen", sagt AKH-Direktor Reinhard Krepler. "Außerdem bietet die Magnetresonanztomografie einen besseren Kontrast zwischen verschiedenen Geweben als eine Computertomografie, was beispielsweise für die Erkennung von Erkrankungen des Gehirns, des Herzmuskels, der Leber und der Knochen von Vorteil ist.

Für das neue PET-MR Gerät tätigten das AKH Wien und die MedUni gemeinsam Investitionen in der Höhe von 6,7 Mio. Euro. Im AKH Wien wird das neue Gerät unter anderem zur Diagnose, Therapieplanung und Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen sowie neurologischen und kardiologischen Erkrankungen eingesetzt. Einen Zugewinn stellt die neue Anschaffung natürlich auch für die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der molekularen Hybrid-Bildgebung dar.

"Die MedUni Wien hat in der medizinischen Bildgebung einen ihrer Schwerpunkte gesetzt und ist inzwischen gemeinsam mit dem AKH Wien eine der weltweit führenden Institutionen bei der Entwicklung und Anwendung von bildgebenden Verfahren. Die Investition in die neue Technologie ist ein wichtiger Beitrag, um diese Position auszubauen und gibt Forschung und Patientenbetreuung neue Impulse", sagt Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien.

Durch die nun verfügbare Möglichkeit der simultanen Messung verschiedenster Stoffwechselvorgänge in den Organsystemen ergeben sich für die MedUni Wien neue Forschungsgebiete. Diese haben unter anderem zum Ziel, die krankhaften Vorgänge im Körper besser zu verstehen und darauf aufbauend bessere, individuelle Behandlungsstrategien für PatientInnen zu entwickeln sowie die Wirksamkeit der Behandlung frühzeitig zu bewerten. Auf diese Weise wird eine neue Ebene in der Entwicklung und Unterstützung individueller Strategien in einer personalisierten PatientInnenbehandlung durch ein nicht-invasives Hybrid-Bildgebungsverfahren möglich.

apa.at

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