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APA-Artikel 24. Juni 2014

FP-Lasar kritisiert Chaos im Gesundheitsbereich

Die Errichtung und Instandhaltung des AKH ist ja nicht gerade ein Ruhmesblatt für die involvierten Institutionen, Gremien und beteiligten Dienstleister und man hat auch keine Lehren daraus gezogen, wie man unschwer beim Krankenhaus Nord erkennen kann, so Wiens FPÖ-Stadtrat David Lasar im Zuge der Rechnungsabschluss-Debatte im Gemeinderat: "Kostenschätzungen, die bis zum Abschluss des Projekts auf das Zehnfache steigen.

Ein von einem ehemaligen Krankenhaus-Manager geführter Dienstleister, Vamed, dem man quasi ohne Kontrolle im Voraus ein Gesamtbudget überweist. Entscheidungen über Millionenbauten ohne nachvollziehbare Grundlagen, siehe Kinder-OP. Rohre, die falsch verlegt wurden, was dazu führt, dass nur 60% der vorhandenen Kühlanlagen ausgenützt werden können und so weiter. Für diese unglaublichen Zustände ist zum Gutteil die VKMB - Vamed Krankenhaus Management und Betriebs-Gesellschaft verantwortlich", klärt Lasar und kritisiert in diesem Zusammenhang, dass überhaupt kein Wille vorhanden ist, die Vamed zu kontrollieren.

Akuter Ärztemangel in Wien

Seit Jahren bahnt sich ein akuter Ärztemangel in Wien an. Trotzdem werden keinerlei Gegenmaßnahmen ergriffen. Überall fehlen Ärzte mit Kassenverträgen und die medizinische Versorgung im niedergelassenen Bereich entspricht nicht annährend dem Bedarf, was stundenlange Wartezeiten für die Patienten zur Folge hat. Der Präsident der Wiener Ärztekammer, Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres bestätigt ebenfalls den Abbau von Kassenplanstellen und warnt vor Versorgungsengpässen. Um die wohnortnahe medizinische Betreuung sichern zu können sind in Wien dringend 300 zusätzliche Praxen mit Kassenvertrag erforderlich. Allein aufgrund der Tatsache, dass die Wartelisten für Turnusplätze leer sind, weil die Arbeitsbedingungen für Jungärzte in Wien miserabel sind, wird es schwierig, die dringend benötigten Stellen zu besetzen. Wien muss hier dringend attraktiver werden, fordert Lasar.

Krankenhaus Nord entwickelt sich zur Kostenfalle

Es ist ein Skandal der Sonderklasse, dass für den Bau des KH Nord tatsächlich jene 62 Millionen Euro herangezogen werden, die für die bedarfsorientierte Mindestsicherung nicht komplett verbraucht wurden, weil das veranschlagte Budget nahezu aufgebraucht ist, so Lasar. Auch der Eröffnungstermin 2016 wird mangels nicht vorhandenen Baufortschritts nicht eingehalten werden können. Insider sprechen davon, dass aufgrund der chaotischen Planung mit einer Eröffnung vor 2019 kaum zu rechnen ist. Hinsichtlich der Kosten kann man davon ausgehen, dass auch jene 825 Millionen Euro, die schlussendlich prognostiziert wurden, deutlich überschritten werden. Vielmehr rechnet man damit, dass es am Ende 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro kosten wird - noch dazu für ein "Schwerpunktkrankenhaus", das eigentlich keines ist, weil es mehr als die Hälfte der Erfordernisse nicht erfüllt, kritisiert Lasar weiter.

"Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Vielzahl schlechter Erfahrungen siehe etwa Skylink oder Stadthallenbad, nicht klüger macht und die handelnden Personen offenbar beratungsresistent sind. Wieder einmal haben die Planung und das Controlling kläglich versagt und das Budget, das für die benachteiligten Menschen bereitgestellt war, wird möglicherweise für dieses vermeidbare Finanzdebakel herhalten müssen. Eine soziale Politik für die Bürger sieht anders aus", so Lasar abschließend in Richtung SPÖ-Gesundheitsstadträtin Wehsely.

apa.at

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