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APA-Artikel 24. Juni 2014

Gutachter fordern Zuschlag für Landärzte

Mehr Ärzte sollen aufs Land - seit Jahren sind sich Politiker und Ärztefunktionäre da einig. Nun stellen Gutachter den Zuständigen ein schlechtes Zeugnis aus. Die bisherigen Versuche reichen ihrer Ansicht nach nicht aus.

Experten im Auftrag der Bundesregierung haben einen wirksameren Kampf gegen zunehmenden Ärztemangel auf dem Land gefordert. So soll es einen spürbaren Zuschlag für Landärzte geben, der neue Niederlassungen attraktiver macht, schreibt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in einem am Montag in Berlin präsentierten Gutachten. Konkret schlagen die Gutachter einen für zehn Jahre garantierten Vergütungszuschlag von 50 Prozent auf alle ärztlichen Grundleistungen in Mangelregionen vor.

Neues Beitragsgeld soll dafür nicht nötig werden - das Geld soll von den Ärzten in gutversorgten Gebieten umgeschichtet werden. Dort, wo es zuviele Ärzte gibt, sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen frei werdende Arztsitze zudem aufkaufen müssen. Das soll die neben dem Mangel bestehende "Überversorgung" eindämmen.

Als besorgniserregend bezeichnen die Gutachter, dass das Gesundheitswesen heute zu wenig Kapazitäten auf dem Land und bei den Hausärzten bereitstelle - im Vergleich zu den Städten und den Fachärzten. Ein Überangebot gebe es bei den Kliniken. Gesetze und Regeln hätten eine Ausdünnung in ländlichen Regionen nicht aufhalten können. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, sagte der Ratsvorsitzende Ferdinand Gerlach.

Wo die Probleme besonders groß seien, sollten nicht mehr alleine die Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig sein für die Sicherstellung der Versorgung, sondern auch die Länder.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte: "Wir wollen die Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung gerade in strukturschwachen Regionen weiter verbessern." Gesetzliche Schritte würden bald auf den Weg gebracht. Das Gutachten bezeichnete Gröhe als gute Diskussionsgrundlage.

apa.at

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