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APA-Artikel 23. Juni 2014

CH: Brustkrebs: Krankenkasse soll Korrektur der gesunden Brust bezahlen

Muss sich eine Frau wegen Brustkrebs eine Brust amputieren lassen, soll die Krankenkasse die Verkleinerung der zweiten Brust künftig bezahlen müssen. Der Bundesrat beantragt den eidgenössischen Räten, einen parlamentarischen Vorstoss mit dieser Forderung anzunehmen.

Die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen schreibt in ihrer Motion, noch immer weigerten sich die meisten Krankenkassen, die Reduktion der zweiten Brust zu übernehmen, weil dies anders als ein Brustaufbau auf der amputierten Seite keine Pflichtleistung sei.

Zwei ungleiche Brüste könnten aber zu Haltungsschäden führen. Ausserdem handle es sich um eine Entstellung. Eine Korrektur der gesunden Brust sei daher für viele Frauen zwingend, jährlich benötigten rund 1000 von Brustkrebs betroffene Frauen eine solche Korrektur. Das Argument, es handle sich bloss um eine Schönheitsoperation, verletze die Würde der betroffenen Frauen.

2011 entschied das Zürcher Sozialversicherungsgericht in einem solchen Fall zugunsten der Frau und gegen die Krankenkasse. Laut Kiener Nellen wirkt sich dieser Entscheid aber bis heute nicht auf die Praxis vieler anderer Kassen aus.

Deshalb soll nun die rechtliche Grundlage geändert werden. Der Bundesrat zeigt sich damit einverstanden, wie seinem am Montag veröffentlichten Antrag ans Parlament zu entnehmen ist. Eine Begründung hat er nicht vorgelegt.

apa.at

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