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APA-Artikel 23. Juni 2014

Westerwelle an Leukämie erkrankt - Merkel: "Er ist ein Kämpfer"

Guido Westerwelle wollte sich das Knie operieren lassen. Bei den Voruntersuchungen fielen schlechte Blutwerte auf. Die Diagnose: Blutkrebs. Die Bestürzung ist groß. Über alle Parteigrenzen hinweg.

Der langjährige FDP-Vorsitzende und frühere Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist an Blutkrebs erkrankt. Der 52-Jährige leide an akuter Leukämie, teilte seine Stiftung, die Westerwelle Foundation, am Freitag mit. Nach Informationen des "Kölner Express" wird Westerwelle inzwischen stationär in der Kölner Universitätsklinik behandelt.

Die Erkrankung sei vor einer geplanten Knie-Operation entdeckt worden, berichtete Werner Hümmrich, Chef der Bonner FDP, der Zeitung. Westerwelle habe Beschwerden gehabt, nachdem er sich auf Mallorca beim Joggen vertreten habe. Bei der Voruntersuchung zu dem Eingriff sei aufgefallen, dass sein Blutbild nicht in Ordnung gewesen sei. Gewissheit habe es dann am Donnerstag gegeben.

Die Nachricht löste über die Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte dem FDP-Politiker, der von 2009 bis 2011 ihr Stellvertreter war, gute Genesung: "Ich kenne Guido Westerwelle seit langen Jahren als einen großen Kämpfer. Meine Gedanken sind bei ihm."

Westerwelle wird nach Angaben seiner Stiftung medizinisch behandelt, um wieder ganz gesund zu werden. "Wir bitten, auch im Namen von Guido Westerwelle und seiner Familie, von Nachfragen abzusehen", hieß es in einer Erklärung. Der frühere FDP-Chef lebt in einer eingetragenen Partnerschaft mit dem Geschäftsmann Michael Mronz zusammen.

Westerwelle sei natürlich erschrocken. "Aber auch bereit, den Kampf aufzunehmen und zuversichtlich, den Krebs zu besiegen", sagte Westerwelles langjähriger Freund Hümmrich dem "Kölner Express" (Samstag). "Er ist in guter körperlicher Verfassung und hat viele Freunde - mich eingeschlossen -, die ihm durch diese schwierige Zeit helfen und ihm die nötige Kraft geben."

FDP-Chef Christian Lindner reagierte betroffen. "Wir sind in Gedanken bei Guido Westerwelle. Von Herzen wünschen wir ihm, dass er seine Erkrankung bald und vollständig überwindet."

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte bei einem Besuch in der Türkei: "Ich wünsche ihm, auch im Namen aller Mitarbeiter des Auswärtigen Amts von Herzen viel Kraft für den Kampf gegen die Krankheit und baldige vollständige Genesung." Auch der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu äußerte "beste Genesungswünsche".

CSU-Chef Horst Seehofer sagte der "Mittelbayerischen Zeitung": "Ich wünsche ihm die Kraft und die Portion Glück, die man in einer so schweren Situation braucht." Linksfraktionschef Gregor Gysi erklärte: "Meine Gedanken sind bei ihm und Michael Mronz."

Seit der Bundestagswahl Ende September, als die FDP erstmals in ihrer Geschichte den Einzug ins Parlament verpasst hatte, kümmerte sich Westerwelle vor allem um den Aufbau seiner Stiftung in Berlin. Aus der aktiven Politik hielt er sich heraus.

Die Westerwelle Foundation, die er zusammen mit dem Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth gegründet hat, will sich um die internationale Verständigung und den Wandel in den nordafrikanischen Staaten bemühen.

Westerwelle war zehn Jahre lang FDP-Vorsitzender, bis er 2011 von Philipp Rösler abgelöst wurde. Nach dem sensationellen Wahlerfolg von 2009 mit 14,6 Prozent hatte Westerwelle in der schwarz-gelben Bundesregierung den Posten des Außenministers und Vizekanzlers übernommen.

apa.at

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