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APA-Artikel 20. Juni 2014

Arteriosklerose - die stille Gefahr erkennen und bannen

Dramatische Komplikationen einer "Gefäßverkalkung" lassen sich durch Vorsorge und richtige Behandlung verhindern. Im Krankenhaus Göttlicher Heiland gibt es dafür nicht nur eine Spezialambulanz, sondern auch ein interdisziplinäres Angioboard.

Für Laien hört sich das Wort "Gefäßverkalkung" vielleicht gar nicht so dramatisch an. Dahinter steckt aber eine Erkrankung, die lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann: Arteriosklerose - so der medizinische Fachausdruck - führt zu Gefäßverschlüssen. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind Ursache für mehr als die Hälfte aller Todesfälle in den westlichen Ländern. Oft erfordern nicht rechtzeitig erkannte oder nicht richtig behandelte Gefäßverschlüsse Amputationen.

Wenn sich die Erkrankung bemerkbar macht, muss meist schnell gehandelt werden. In der neuesten Ausgabe des Vinzenz magazin wird über eine Patientin berichtet, die mit starken Beinschmerzen ins Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien gebracht wurde. Nach der Diagnose Arteriosklerose musste der Patientin im Zuge einer Operation ein Bypass gelegt werden. Der Eingriff rettete nicht nur das Leben, sondern auch das Bein der Betroffenen.

"Zu so einem Akutfall sollte es aber nicht kommen", sagt Oberarzt Dozent Dr. Michael Gorlitzer, Leiter der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Göttlicher Heiland, im Vinzenz magazin. Durch eine Kombination aus Vorsorge und passender Behandlung können solche dramatischen Komplikationen verhindert werden. Das Krankenhaus verfügt deshalb über eine Spezialambulanz, in der alle notwendigen Untersuchungen im Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen durchgeführt werden können. Vor einem halben Jahr wurde außerdem ein so genanntes interdisziplinäres Angioboard zur Diagnose und Behandlung von Gefäßerkrankungen eingerichtet. Hier arbeitet ein hochspezialisiertes Team verschiedenster Fachrichtungen, vom Angiologen, Chirurgen bis zum Radiologen und Neurologen, multiprofessionell zusammen: "Wir besprechen besonders schwierige Fälle gemeinsam, um den besten Weg für die Therapie zu finden", beschreibt Gorlitzer die Vorzüge der Teamarbeit.

Im Vinzenz magazin empfiehlt der Mediziner ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige Gefäßkontrollen: "Das passiert mittels Ultraschall, ist also völlig schmerzfrei." Im Zuge der Schwerpunktsetzung gibt es in diesem Krankenhaus außerdem Spezialisten zu allen Problemen rund um Gefäßerkrankungen - von Wundmanagement über Raucherentwöhnung inklusive psychotherapeutischer Betreuung bis zu Diabetiker-schulungen.

 Remobilisation macht fit für den Alltag

Auf ein anderes medizinisches Fachgebiet hat man sich im Wiener Herz-Jesu Krankenhaus der Vinzenz Gruppe spezialisiert. Oberarzt Dr. Wolfgang Reisinger leitet in diesem Spital das Department für "Akutgeriatrie und Remobilisation". Dort werden gebrechliche Menschen nach Operationen, aber auch jene mit schweren degenerativen Erkrankungen wieder fit für den Alltag gemacht. Im neuen Vinzenz magazin erzählt Oberarzt Reisinger, wie eine Remobilisation abläuft und wie gut sie funktioniert. Der Mediziner ist stolz, dass 90 Prozent der Patienten wieder in häusliche Pflege entlassen werden können.

Das ist deshalb beachtenswert, da das Durchschnittsalter der Patienten 89 Jahre beträgt und viele von ihnen an mehreren Krankheiten leiden. Auch hier wird interdisziplinär vorgegangen. Ärzte für Innere Medizin arbeiten mit Fachleuten aus Pflege, Therapie, Ernährungsberatung, Psychologie und Seelsorge zusammen. Der Einsatz lohnt sich: Neben der hohen Erfolgsrate freuen sich Ärzte und pflegerisches Personal, dass das Department für Akutgeriatrie und Remobilisation in einer anonymen Patientenbefragung und bei der Re-Zertifizierung, einer internationalen Qualitätsüberprüfung zum Wohle des Patienten, hervorragend abschneidet. "Solche Erfolge bedeuten natürlich eine große Motivation für uns alle", sagt Oberarzt Reisinger.

 Besondere Maßnahmen für kleine Babyhüften

Von gesundheitlichen Problemen der allerjüngsten Menschen handelt ein weiterer Artikel im Vinzenz magazin. Hüft-Fehlstellungen bei Babys stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags. Diese Hüftluxationen - die Hüftkugel liegt nicht in der Pfanne - sind eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Neugeborenen. Das Problem wird in der Regel bei der routinemäßigen Ultraschall-Untersuchung nach der Geburt erkannt.

Das Orthopädische Spital Speising ist eine der ersten Adressen für Babyhüften. Hier kann dem Neugeborenen meist auf eine sehr schonende Weise geholfen werden: "Wir legen Stoffzügerl direkt auf die Haut an. Diese Zugbänder wirken wie ein Gips, sind aber leichter anzulegen, wir brauchen dafür keine Narkose", erklärt Oberärztin Dr. Renata Pospischill, eine orthopädische Chirurgin, die sich auf Kinderhüftgelenke spezialisiert hat. Nach wenigen Wochen Behandlung befinden sich die Gelenkskugeln in der Pfanne und die Hüfte kann sich gut entwickeln. Wichtig für einen solchen Erfolg ist ein rechtzeitiger Beginn der Behandlung: "Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto einfacher ist die Therapie und desto besser sind die Chancen auf Heilung ohne Operation", sagt Oberärztin Pospischill.

 Wertemanagement: Medizin mit Qualität und Seele

In einem weiteren Artikel in der neuesten Ausgabe des Vinzenz magazin wird über die Wurzeln für den besonderen "Spirit" in den Ordensspitälern der Vinzenz Gruppe berichtet, die christlichen Werte, die die besondere Atmosphäre in den Häusern prägen: Zuwendung, Wahrhaftigkeit, soziale und ökonomische Verantwortung, Glauben sowie Hochachtung und Herzlichkeit. Ein eigener Zentralbereich Wertemanagement bemüht sich darum, dass diese Grundsätze tagtäglich gelebt werden: "Entscheidend sind die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Patienten mit Wertschätzung und Professionalität behandeln. Trotzdem bleibt die Verantwortung für die christliche Wertekultur Chefsache", sagt Mag. Rainer Kinast, der diesen Bereich leitet.

Die besondere Atmosphäre der Ordensspitäler, im Motto "Medizin mit Qualität und Seele" zusammengefasst, nehmen die Patientinnen und Patienten auf verschiedenste Weise wahr. Auf den Punkt gebracht hat es eine Patientin aus dem Herz-Jesu Krankenhaus: "Ich spürte, dass ich dem therapeutischen Team wichtig war, denn jeder hat sich mit seinem Namen bei mir vorgestellt, bevor er mit mir gearbeitet hat. Ich hatte das Gefühl, ein wichtiger Mensch zu sein." Und ein solcher Eindruck ist zweifellos eine wichtige Basis für den Erfolg jeder medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlung.

apa.at

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